Rorschacher Ortsbürger wollen weiteres Wohnhaus

RORSCHACH ⋅ Die Ortsbürgergemeinde Rorschach geht neue Wege: Infogespräche vor der Bürgerversammlung sowie ein Projekt für ein Mehrfamilienhaus anstelle des abgebrannten Bauernhauses.
11. April 2018, 09:01

Zur Einstimmung «O sole mio», zum Ausklang «Don Camillo» vom Corale Santa Cecilia –das passt: Der Chor, der nach 60 Jahren selber eine Rorschacher Institution ist, bei der Ortsbürgergemeinde, in die sich Generationen von Einwanderern integrierten.

Die Ortsbürgergemeinde Rorschach ist eine grosse, nach Anzahl der Bürger, aber nicht beim Eigentum. 133 Stimmberechtigte kommen an die Versammlung. Der Grossteil nutzte vorher bereits das vom Bürgerrat erstmals angebotene Info-Café für Gespräche mit Ressortleiter. Dort zeigte ein Modell auch Möglichkeiten für ein Mehrfamilienhaus anstelle des abgebrannten Bauernhauses im Kreuzacker. Auch diese Investition soll Leistungen für die Öffentlichkeit ermöglichen. Präsident Claudio Vuono nennt als Ziel, diese zu steigern. Die Ortsbürger erwirtschaften Erträge aus Wohn- liegenschaften, Bauernhof und Wäldern. 2017 konnten sie 57500 Franken für die Öffentlichkeit einsetzen – bei Anlagen, Kulturprojekten und Veranstaltungen. Es blieben 67000 Franken, die Bürger beschlossen, 60000 in die Reserve für Liegenschaften zu legen. Diese erfordern laufend Unterhalt, wie Bürgerrat Beat Mayer erläutert. 2017 reichte das von der Sanierung des abgerutschten Hangs in Eggersriet-Untereggen über den Ersatz des Wannenweiher-Auslaufs in Rorschacherberg bis zur Fassadensanierung am Mehrfamilienhaus Goldacherstrasse in Rorschach. Das Budget 2018 rechnet bei 661000 Franken Aufwand –70500 zugunsten der Öffentlichkeit– mit einem kleinen Gewinn.

In Zeit der Veränderungen eine Heimat bieten

Präsident Claudio Vuono denkt im Jahresbericht über die Daseinsberechtigung der Ortsgemeinde nach: «Wir brauchen in Zeiten vieler Veränderungen einen ‹sicheren Hafen›, Heimat. Ich denke, dass der Ort, wo wir leben, Teil dieses Heimatgefühls ist. Darum wollen wir als Ortsbürgergemeinde –gemeinsam mit Stadt, Vereinen, Kirchen, Körperschaften und vielen lokalen Gruppierungen– diesen Teil von Heimat beleben und menschlich machen.» Möglichkeiten dafür zeigt Dorothea Strauss, die bei der genossenschaftlich organisierten Schweizer Versicherungsgruppe Die Mobiliar den neuen Bereich Corporate Social Responsibility leitet. Wie für Unternehmen gelte es auch für Gemeinden, unternehmerische und gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen.

Anstelle des 2017 verstorbenen Geschäftsprüfers Franz Zimmermann müssen die Ortsbürger ein neues Mitglied der GPK wählen. Sie bestätigen einstimmig Christian Baumann, der auch beruflich als Controller tätig ist.

 

Fritz Bichsel

redaktionot

@tagblatt.ch

Hinweis

Information zu Anlässen, welche die Ortsbürgergemeinde durchführt oder unterstützt: www.buer ger-rorschach.ch (Bürgerpass)


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