Naturspektakel überm Bodensee

UNFREUNDLICH ⋅ Der September war auch in der Region am Bodensee kühler als normal. Am 3. und 20. September konnten jeweils mehrere Wasserhosen auf dem See beobachtet werden.
04. Oktober 2017, 05:59
Andreas Walker

Andreas Walker

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Der Monat begann nass und unfreundlich. Vom 1. bis zum 4. September dominierte ein Tiefdruckgebiet das Wettergeschehen. Dabei fielen vor allem in der Nordostschweiz anhaltend kräftige Niederschläge. Von der Linthebene über das St. Galler Rheintal bis nach St. Gallen ­kamen über drei Tage Niederschlagssummen zusammen, die nur alle 50 bis 100 Jahre oder seltener zu erwarten sind und dementsprechend Überschwemmungen verursachten. Die heftigen Regenfälle führten auch zu Hochwasser in den Flüssen der Region Rorschach. Als Folge des Stark­regens wurden durch die Goldach am 2. September unzählige Baumstämme im Bereich des Segelhafens Goldach ans Ufer geschwemmt.

Am Morgen des 3. September führte die markante Abkühlung zur Entstehung von Wasserhosen über dem Bodensee in der Region Rorschach-Altenrhein. Die Entstehung dieser Saugwirbel wurde durch die labile Kaltluft verursach, die über den warmen See strömte. Der regnerische Monatsbeginn war deutlich zu kühl. Nördlich der Alpen fiel die Tagesmitteltemperatur 3 bis 5 Grad, in Berglagen sogar 6 bis 7 Grad unter die Norm 1981–2010. Vom 5. bis zum 8. September brachte ein Hochdruckgebiet wieder das warme Wetter zurück. Dabei stieg die Tagesmitteltemperatur verbreitet 2 bis 4 Grad über das langjährige Mittel. Ab dem 9. September führte ein Tiefdruckgebiet über Nordeuropa erneut kühle und feuchte Luft zum Alpenraum. Die Tagesmitteltemperatur bewegte sich verbreitet 2 bis knapp 4, in den inneralpinen Gebieten sogar 5 bis 6 Grad unter der Norm. In den Bergen fiel Neuschnee bis auf 1100 Meter ­hinunter. Vom 12. bis am 14. September war die Witterung wechselhaft, und stürmische Südwest- und Westwinde brachten verbreitet Windspitzen von 60 bis 90 km/h. Mit dem Zustrom von feuchter Polarluft vom 16. bis am 20. September sank die Tagesmitteltemperatur verbreitet 3 bis 5 Grad, in den Bergen 6 bis 8 Grad unter die Norm, und die Schneefallgrenze lag zunächst bei 1500 bis 1700 Metern. Am 19. und 20. September sank sie schliesslich bis auf 1300 Meter hinunter. Am 20. September führte der Kälteeinbruch nochmals zur Bildung mehrerer Wasserhosen über dem Bodensee in der Region Romanshorn-Arbon.

Endlich sonniges Herbstwetter

Vom 21. bis am 25. September sorgte ein Hochdruckgebiet über Mittel- und Osteuropa in der ganzen Region Rorschach für viel Sonne. Die herbstlichen Morgennebel lösten sich überall bis gegen Mittag auf und die Minimumtemperaturen lagen am frühen Morgen verbreitet unter 10 Grad, während die Höchstwerte am Nachmittag auf 18 bis 22 Grad stiegen. Die letzten Septembertage waren mehrheitlich mild mit zum Teil leichten Regenfällen.

September 2017: kühl und trocken

Die Septembertemperatur blieb im landesweiten Mittel 1,6 bis 1,7 Grad unter der Norm. Am Bodensee betrug die durchschnittliche Septembertemperatur 13,1 Grad und war damit 1 Grad zu kalt. Im landesweiten Mittel gab es 81 Prozent des normalen Septemberniederschlags. In der Nordschweiz unterhalb von 1000 Metern waren es insgesamt nur 65 Prozent der Norm, allerdings mit grossen Unterschieden. In der Westschweiz und im Wallis fiel lokal nicht einmal ein Drittel der normalen Septembersumme. In der Ostschweiz fielen hingegen Werte von 120 bis knapp 150 Prozent. Am Bodensee betrug die Niederschlagsmenge im September 81 Liter pro Quadratmeter, was 93 Prozent des Durchschnitts entspricht.

Die Sonnenscheindauer erreichte laut Messung im landesweiten Mittel rund 85 Prozent der Norm. In der Region am Bodensee schien die Sonne im Monat September 162 Stunden und erreichte damit 104 Prozent des langjährigen Mittels.


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