Reaktionen nach Streit im Bus: "Erzieht eure Kinder und seid nicht faul"

RORSCHACHERBERG ⋅ Der Streit zwischen einem Buschauffeur und einem Fahrgast in Rorschacherberg schlägt hohe Wellen. Auf Facebook erhält der Chauffeur Zuspruch, während die Eltern aufgefordert werden, ihre Kinder besser zu erziehen.
07. Februar 2018, 11:51
MARIA KOBLER-WYER
Ein Fahrgast sitzt mit einem kleinen Kind im Seebus in Rorschacherberg. Das Kleinkind drückt ständig die Stop-Taste. Der Chauffeur muss mehrmals anhalten, obwohl niemand aus- oder einsteigen will. Als der Mann schliesslich tatsächlich aussteigen will, hält der Chauffeur den Bus nicht an. Es kommt zu einer verbalen Auseinandersetzung – die Polizei muss schlichten.

Der Streit sorgt auch bei der "Tagblatt"-Leserschaft für rote Köpfe. "Wo bleibt die Erziehung? Wenn meine Tochter das nur schon zweimal machen würde, würde ich aussteigen. Das geht gar nicht. Das hat nichts mit fehlender Geduld des Chauffeurs zu tun", schreibt eine Frau auf Facebook. Oder: "Dem Vater hätte ich auch den Tarif durchgegeben". Eine Frau sorgt sich: "Wenn so etwas selbstverständlich ist für ein Kleinkind, kann man sich ja vorstellen, was das für Teenager und Erwachsene gibt!"

Überhaupt dreht sich bei den Kommentaren vieles um die Erziehung – vor allem die fehlende. "Erziehung ist alles", schreibt eine Frau. Und eine andere Leserin meint: "Erziehung ist ein schwieriges Wort. Das verstehen nicht alle." Ein Leser kommentiert auf "tagblatt.ch": "Es könnte ja auch sein, dass die Eltern überfordert sind und die Kinder lieber alles machen lassen, damit sie nicht nein sagen müssen und damit nicht in Stress kommen." Eine dreifache Mutter fordert: "Kümmert euch um eure Kinder! Erzieht sie und seid nicht so faul! Solche Dinge nerven einfach genauso wie lautes Gebrüll im Geschäft." Dafür erhält sie grossen Zuspruch. Ein Leser schreibt auf "tagblatt.ch": "Busse sind keine Spielzeuge für Kleinkinder. Der Fahrgast hätte sein Kind davon abhalten können, ständig die Haltetaste zu betätigen. Ich verstehe den Chauffeur."

Während der Vater Schelte abbekommt, erhält der Buschauffeur viel Zuspruch. "Gut gemacht, Herr Chauffeur", heisst es etwa. "Kann den Busfahrer voll verstehen, hat er gut gemacht, dem Vater oder der Mutter des Kindes sollte man erklären, was Anstand ist, wunderbares Vorbild für das Kind", lautet ein weiterer Kommentar. "Der Busfahrer hatte ja sehr lange Geduld. Ich hätte die beiden schon viel früher aus dem Bus geschmissen oder mindestens gebüsst für die verlorene Zeit", schreibt eine Frau.

Für die Polizei ist der Fall abgeschlossen. "Es handelt sich nicht um eine Straftat", sagt Kapo-Mediensprecher Florian Schneider auf Anfrage.

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