Kleinkind bringt Buschauffeur zur Weissglut - Polizei muss schlichten

STREIT ⋅ Am Dienstagmorgen sind ein Seebus-Chauffeur und ein Fahrgast mit Kleinkind in Rorschacherberg verbal aneinander geraten. Polizeibeamte mussten eingreifen und den Streit schlichten.
06. Februar 2018, 17:17
JOLANDA RIEDENER
Dienstagmorgen: Es herrscht Hochbetrieb im Pendlerverkehr. Ein Fahrgast ist im Seebus mit einem Kleinkind unterwegs. Das Kind betätigt bei jeder Haltestelle die Stop-Taste damit der Bus stehen bleibt: Es macht sich wohl einen Spass daraus. Der Busfahrer muss immer wieder aufs Neue anhalten, obwohl niemand ein- oder aussteigt. Die Nerven liegen beim Fahrer nach einiger Zeit offensichtlich blank. Als der Fahrgast mit dem Kleinkind schliesslich tatsächlich aussteigen will, hält der Chauffeur den Seebus nicht an, sondern fährt weiter. In der Erwartung, es müsse wohl erneut niemand weder ein- noch aussteigen.

«Daraufhin kam es zu einer verbalen Auseinandersetzung», sagt Hanspeter Krüsi, Leiter Kommunikation der St. Galler Kantonspolizei auf Anfrage. Bei der Haltestelle Rosenegg in Rorschacherberg gingen die Wogen dann gemäss Krüsi hoch. Der Buschauffeur alarmierte ob der Auseinandersetzung, bei der auch Drohungen ausgesprochen worden seien, die Polizei. Mitarbeiter der Kantonspolizei St.Gallen konnten schliesslich zwischen dem renitenten Fahrgast und dem Buschauffeur vermitteln. «Danach gingen beide Parteien ihre Wege», sagt Krüsi.

Drohungen gegen Busfahrer werden angezeigt

Ralf Eigenmann, Unternehmensleiter der Verkehrsbetriebe St. Gallen (VBSG), zu denen auch der Seebus mit dem Streckennetz der Region Rorschach gehört, verweist auf ein laufendes Verfahren. Er äussert sich daher nicht zum Vorfall in Rorschacherberg, bekräftigt aber: «Drohungen oder Tätigkeiten gegen das Personal der VBSG werden automatisch verzeigt.» Das verlange das Personenbeförderungsgesetz so und darauf werde in den Bussen schriftlich hingewiesen. Zwar würde es hin und wieder zu Auseinandersetzungen kommen, schliesslich seien die Busmitarbeitenden dem Publikumsverkehr ausgesetzt. Häufig oder gar alarmierend seien solche Vorkommnisse aber nicht.

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