Grossbaustelle in vier Teilen

RORSCHACHERBERG ⋅ Besondere Baustelle an der Heidenerstrasse: Aus Zivilschutzbunkern wird ein Feuerwehrdepot. Angrenzend baut die Gemeinde auch einen neuen Werkhof, eine Strasse zu Bauland und ein offenes Bachbett.
27. Dezember 2017, 06:32
Fritz Bichsel

Fritz Bichsel

redaktionot

@tagblatt.ch

Es ähnelt einer Ruine, ist aber der Kern für neue Räume: Von der früheren Zivilschutzanlage nördlich des Sekundarschulhauses sind beim oberirdischen Teil die Vorbauten abgebrochen. Die verbleibenden Teile werden umgebaut zu einem Feuerwehrdepot sowie zu Räumen für Jugend und Vereine. Ganz neu bauen wäre einfacher. Aber die massiven Mauern im Untergrund stützen den Hang unterhalb des Schulhauses, müssen deshalb bleiben.

Der regionalisierte Zivischutz gab diese Anlage vor gut zehn Jahren auf. Nun baut die Gemeinde hier, was sie über Jahrzehnte plante: ein Feuerwehrdepot anstelle von Provisorien. Erst Geldmangel und dann Diskussionen um Fusionen verzögerten das Vorhaben. Die Feuerwehren Rorschach und Rorschacherberg sind nun zusammengelegt. Die Behörden vereinbarten jedoch zwei Depots: das Moderne in der Stadt für das Gebiet unterhalb der Bahnlinie und ein Neues auf Kosten von Rorschacherberg für das obere Gebiet. Der Gemeinderat beschloss, dafür die bereits teilweise für die Feuerwehr genutzten Zivilschutzbunker umzubauen. Die Bürger bewilligten 2016 netto 2,7 Mio. Franken. Hinzu kommen 2,5 Mio. vom Kanton und aus der Feuerschutzreserve.

Alte und neue Projekte kombiniert verwirklichen

Auf der Westseite des Strässchens (das nach dem obenliegenden Weiler Hüttenmoosstrasse heisst) beim künftigen Depot folgt ein noch grösserer Neubau: für den Werkhof des Bauamts der Gemeinde. Dieser ist aus den gleichen Gründen ebenfalls seit Jahrzehnten in Provisorien untergebracht. Für den Bau einer neuen Anlage südlich der bisher genutzten Scheunen bewilligten die Bürger 6,6 Mio. Franken. Von mehreren denkbaren Standorten beurteilte der Gemeinderat den bisherigen als am besten geeignet. Er liegt in der Mitte der Gemeinde und bei anderen öffentlichen Anlagen von Sportplatz und Mehrzweckhalle über Altersheim und Feuerwehrdepot bis zu den Oberstufenschulhäusern. Zudem ist die Gemeinde bereits Grundeigentümerin. Mit dem Abbruch der alten Werkhof-Scheunen wird Platz frei. Dieser bleibt in Reserve für öffentliche Anlagen und kann auch genutzt werden für die Offenlegung des Mühletobelbachs in diesem Bereich.

Der Bach muss saniert werden für besseren Hochwasserschutz. Gemäss Gesetz ist er wo möglich neu offen anzulegen. Dafür wird er unter dem Strässchen hindurch geleitet in ein neues Bett auf der Westseite bis zur Heidenerstrasse. Der gesamte Bachumbau ab dem Wäldchen nördlich der Autobahn kostet gut eine Million Franken. Daran leisten Bund und Kanton Beiträge. Schliesslich braucht es eine Zufahrt zum neuen Werkhof. Die dafür ausgebaute Hüttenmoosstrasse wird auch zur Erschliessung des nahen Baulandes an der Autobahn dienen. Die Arbeiten für Feuerwehrdepot und Bach laufen seit Sommer. Zwei Jahre später sollen alle vier Bauprojekte verwirklicht sein.


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