Die letzte Stunde hat geschlagen

GOLDACH ⋅ Der Glockenturm der evangelischen Kirche ist in die Jahre gekommen. Für 174000 Franken lässt die Kirchgemeinde den Turm sanieren. Ab Montag steht die Zeit still.
21. September 2017, 06:49
Linda Müntener

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch

Am Glockentrum der evangelisch-reformierten Kirche in Goldach nagt der Zahn der Zeit. Risse durchziehen die Sockel, der Boden ist beschädigt, die Elek­troinstallationen sind veraltet. Die Kirchbürgerinnen und Kirchbürger haben deshalb an der diesjährigen Kirchbürgerversammlung im März der Sanierung des Glockenturms zugestimmt. Ab kommendem Montag starten die Arbeiten.

Die heutige Geläuteanlage wurde 1954 mit dem Bau der Kirche im Kirchturm eingebaut. Zur Anlage gehören fünf Glocken mit den dazugehörigen Geläuteantrieben und der Steuerung. Die mechanische Turmuhr steuert die vier Zifferblätter am Kirchturm und die Schlaghämmer der Glocken an. Nach über 60 Jahren Betriebszeit und lediglich zwei technischen Eingriffen ist die Geläuteanlage veraltet. Auch die elektrischen Anlagen sind längst nicht mehr zeitgemäss. Das hat Spuren hinterlassen. Die starken Vibrationen der Geläuteanlage haben über die Jahre hinweg Risse in den Sockeln verursacht. In diese Risse ist Feuchtigkeit eingetreten. An mehreren Orten sind die Sockel deshalb zersprungen. Auch im Bodenbereich des Glockenstuhls zeigen sich Korrosionsschäden.

Den Betrieb für die nächsten 20 Jahre sichern

Die evangelisch-reformierte Kirchgemeinde investiert rund 174000 Franken in die Sanierung ihres Glockenturms. Damit will sie einen zuverlässigen Betrieb für die kommenden 20 Jahre gewährleisten, wie Präsiden­tin Lidia Bollhalder an der Kirchgemeindeversammlung sagte. Nach all den Jahren hätte die Sanierung nicht mehr hinausgezögert werden können. Mit den Sanierungsarbeiten hat die Kirchgemeinde die Firma Rüetschi aus Aarau beauftragt. Das Unternehmen ist auf Kirchturmtechnik spezialisiert. Der komplette Glockenstuhl wird mit Pressen angehoben. Die Betonsockel werden saniert, auch der Glockenstuhl wird vor Ort instand gestellt. Zum Schutz des Gebäudes und zur Verbesserung des Klangs kommen neue Isolationselemente zum Einsatz. Auch die neuen Klöppel tragen künftig zu einem «angenehmeren Glockenklang» bei. Gleichzeitig werden dadurch die Glocken weniger belastet. Komplett ersetzt werden müssen die Geläuteantriebe aus dem Jahr 1954. Die modernisierte Glockensteuerung wird direkt im neuen Elektrotableau integriert. Mit der kompletten Neuinstal­lation von Elektrotableau, Zu­leitungen, Motoren und der Modernisierung der Turmuhr wird die Geläute- und Turmuhren­anlage wieder auf Vordermann gebracht.

Gottesdienste finden weiterhin statt

Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich bis Mitte Dezember. Da die Glocken vom Glockenstuhl abgehängt werden müssen, läuten diese während der Bauzeit nicht. Auch die Kirchturmuhr ist dann ausser Betrieb. Auf den Betrieb in der Kirche haben die Sanierungsarbeiten allerdings keinen Einfluss, sagt Philipp Friedli, Mitglied der Kirchenvorsteherschaft. Sämtliche Sanierungsarbeiten spielen sich im Innern des Turms ab, diesen einzurüsten sei nicht nötig. «Die Gottesdienste finden weiterhin statt.»


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