Big Brother auf dem Pausenplatz

GOLDACH ⋅ Auf dem Oberstufenareal wüten immer wieder Vandalen. Die Schäden belaufen sich auf über 10000 Franken. Der Gemeinderat will das stoppen – und lässt das Areal künftig mit Kameras überwachen.
20. September 2017, 07:04

Zerbrochene Flaschen, Abfall, Eier an der Fassade: Ein Bild der Verwüstung zeigt sich auf dem Gelände der Oberstufe Goldach. Und das immer wieder. Um den Vandalenakten vorzubeugen, hat der Gemeinderat Massnahmen getroffen. Die Anlage wird besser beleuchtet, Jugendarbeiter sind öfter vor Ort, mehr Securitas-Mitarbeiter patrouillieren. Ohne Erfolg. Deshalb hat der Rat kürzlich eine Videoüberwachung des Areals geprüft (Ausgabe vom 6. September). Jetzt liegt der Entscheid vor: Das Oberstufenareal wird künftig mit Kameras überwacht.

Die Beschädigungen und das Littering gehen je länger je mehr ins Geld. Die Schäden, die Jugendliche rund um das Oberstufenzentrum in diesem Jahr verursacht haben, belaufen sich bereits auf über 10000 Franken. Hinzu kommt der Aufwand des Hauswarts. Beinahe täglich müsse dieser die Spuren der vergangenen Nacht beseitigen, schreibt der Gemeinderat. Das soll sich nun ändern. Mit den Kameras will der Gemeinderat die Voraussetzung schaffen, um künftig «schnell auf neue Entwicklungen reagieren zu können».

Die Aufnahmen dürfen nur nach Vorfällen und nur auf Anweisung des zuständigen Untersuchungsrichters ausgewertet werden. Zugriffe auf das gespeicherte Bildmaterial werden protokolliert. «Eine Aufschaltung der Aufnahmen in Echtzeit ist ausgeschlossen.» Mit der Videoüberwachung habe man in der Gemeinde bereits gute Erfahrungen gemacht. Vor sieben Jahren wurden Kameras beim Schulhaus Bachfeld installiert – mit sofortigem Erfolg. Auch beim Kindergarten Breitenweg kamen nach mehreren Sachbeschädigungen Kameras erfolgreich zum Einsatz. Alle videoüberwachten Orte müssen in einer Allgemeinver­fügung bestimmt und öffentlich ausgeschrieben sein. Ausserdem muss an Ort und Stelle auf die ­Kameras hingewiesen werden.Die Allgemeinverfügung soll deshalb den Einsatz von Überwachungskameras bei sämtlichen öffentlichen Gebäuden ermöglichen, schreibt der Gemeinderat. Für die Schulhäuser Bachfeld und Wartegg, für die Wartegghalle und den Kindergarten Breiten sowie das Bahnhofareal ist die ­Videoüberwachung gestützt auf die im Jahr 2010 erlassene Allgemeinverfügung bereits zulässig.

Die Videoüberwachung soll nur «zurückhaltend» und «nur als letzte Massnahme» zum Einsatz kommen. «Die wenigen ­Kameras werden nur dort ein­gesetzt, wo tatsächlich Bedarf ­besteht.»

 

Linda Müntener

linda.muentener@tagblatt.ch


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