Horner Modellschiffbauer: Lob vom deutschen Bundespräsidenten

HORN ⋅ Seit seiner Kindheit begeistert sich Rolf Bürke für den Modellschiffbau. Eine Fregatte ist derzeit im Gemeindehaus ausgestellt. Beeindruckt hat das Flaggschiff sogar den ehemaligen deutschen Bundespräsidenten.
14. September 2017, 06:55
Maria Keller

Maria Keller

maria.keller@thurgauerzeitung.ch

Als kleiner Junge begann der gebürtige Arboner Rolf Bürke mit dem Bauen von Modellfliegern. Dieses Hobby wurde aber dem heute 75-Jährigen bald zu teuer. Deshalb stieg er auf Modellschiffe um. Ursprünglich ist er gelernter Bodenleger. Bürke verlegte hochwertige Parkettböden. Nach seiner Pensionierung konnte er seine Zeit verstärkt seiner Leidenschaft widmen, die Filigranarbeit ist und viel Geduld erfordert. «Probieren geht über Studieren» ist bis heute das Motto des Autodidakten geblieben.

Historische Schiffe als Schwerpunkt

Anfangs bezog er seine Inspiration aus dem Internet. Er versuchte sich auch an einem fertigen «Revell»-Baukasten für ein Modellschiff aus Plastik. Dieses war ihm aber qualitativ nicht hochwertig genug und forderte ihn selbst zu wenig heraus. So begann er sein Selbststudium.

Herauszufinden, wie sich Holz am einfachsten biegen lässt und welches Material sich am besten dafür eignet, sei kein Kinderspiel. «Ich habe so lange herumprobiert, bis es irgendwann klappte», sagt er stolz. Auch heute schaut sich Bürke oft nur ein Bild seines nächsten Schiffes im Internet an – der Rest sei Erfahrung und handwerkliches Geschick. So entstand auch sein letztes Werk, ein Motorschiff vom Zürichsee: die «Helvetia».

Spezialisiert hat sich Bürke jedoch auf historische Schiffe. Diese seien detailreicher und somit eine grössere Herausforderung, sagt er. Und sie müssen perfekt werden, damit Bürke mit seiner Arbeit zufrieden ist. Eines davon ist derzeit in der Vitrine des Horner Gemeindehauses ausgestellt: das Modell der Fregatte Friedrich Wilhelm zu Pferde. Das über einen Meter grosse Modell hat an einer Ausstellung 2013 in Halle gar dem damaligen deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck imponiert. Bürke hat eine persönliche Rückmeldung von ihm erhalten. Zu einer Begegnung sei es leider nicht gekommen «Ich war am Eröffnungstag krank.» Ansonsten stehen die meisten seiner Schiffe bei ihm zu Hause. Motorschiffe werden ausserdem gerne von ihm ins Wasser gelassen und so getestet.

Bürke hat auch schon Teile seiner Sammlung verkauft. Wenn jemand ganz begeistert davon sei, werde ein Preis ausgehandelt, der hauptsächlich die Materialkosten decken solle. Bis vor zwei Jahren war Bürke intensiv an seiner Arbeit dran. Zukunftsvisionen habe er aktuell keine konkreten. Er schaue einfach, wie es kommen würde. «Wenn ich wieder Mumm habe, lege ich los, sonst eben nicht.» Erst mal hat er kürzlich die Koffer gepackt. Und ist in die Ferien geflogen.


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