Am Sonntag hat’s sich ausgeturnt

BEWEGUNG ⋅ Die Suche nach einer Alternative zum «Open Sunday» in Tübach und Horn blieb erfolglos. Die Anzahl der Teilnehmenden rechtfertige die Kosten des Turnangebots nicht. Andernorts ist das Projekt begehrt wie nie.
02. Dezember 2017, 08:38
Jolanda Riedener

Im Winter schlitteln gehen oder einen Schneemann bauen, das macht Kindern Spass. Nur ist die Seeregion alles andere als schneesicher. Ihrem Bewegungsdrang konnten die Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren am «Open Sunday» in Tübach gerecht werden.

Das 2012 gestartete Bewegungsangebot wurde zu Beginn vom Kanton unterstützt. Mittlerweile haben die Teilnehmerzahlen aber abgenommen. Tübach und Horn sind aus dem Projekt ausgestiegen, teilten sie im Sommer mit.

Hoffnung, dass das Projekt nicht endgültig begraben wird, bestand aber weiterhin: So suchten die Gemeinden nach einer Alternative. Dem Aufruf im Tübacher Mitteilungsblatt gefolgt ist jedoch niemand. «Leider hat sich bis heute keine neue Organisation für das Open-Sunday-Angebot ergeben», heisst es im «Tübach Aktuell». Der Kanton hat in der Startphase des «Open Sundays» nicht nur finanzielle Hilfe geleistet. Die Stiftung Idée Sport hat sich beim Projekt um Werbung, Organisation, Rekrutierung der Betreuungspersonen, Weiterbildung und Aufsicht vor Ort gekümmert.

«Der Tübacher Gemeinderat bedauert, dass das junge Projekt beendet werden muss, nachdem Horn nicht mehr bereit war, ihren Kostenanteil zu tragen», heisst es im Mitteilungsblatt weiter.
 

Geringe Teilnehmerzahlen rechtfertigen Kosten nicht

Ohne finanzielle Unterstützung des Kantons kosten die 17 «Open Sundays» im Jahr 17000 Franken. Für Horn rechtfertigten die Teilnehmerzahlen diesen Betrag nicht, sagte Gemeinderätin Nicole Josuran bereits im Sommer. In der vergangenen Saison habe die Nachfrage am «Open Sunday» im Vergleich zu früher stark abgenommen. An einem Sonntag stand sogar nur ein einziges Kind in der Turnhalle.

In Horn dagegen besteht doch noch Hoffnung für eine Weiterführung. Da derzeit die Doppelturnhalle in Horn saniert wird, gibt es in der Gemeinde sowieso keinen Ort zum Turnen. Man lege deshalb eine Pause ein. «Der Gemeinderat wird das Projekt mit der Schulgemeinde aber nochmals anschauen», sagt Gemeinderatsschreiber Andreas Hirzel. Wegen Verzögerungen der Bautätigkeit ist die neue Turnhalle voraussichtlich im Herbst 2018 bezugsbereit. Möglich, dass mit der neuen Halle auch die Nachfrage zunehme.

Ganz anders tönt es aus der Gemeinde Rorschacherberg: Der «Open Sunday» in der Sporthalle Klostergut ist mit durchschnittlich 62 Kindern pro Sonntag in die fünfte Saison gestartet. Gemäss Veranstalter ist das im Vergleich zu den vorherigen Jahren ein Rekord.

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch


Leserkommentare

Anzeige: