Alarmanlagen werden digital

REGION RORSCHACH ⋅ Alarmanlagenanbieter in der Region haben viel zu tun: Viele dieser Gräte sind noch ans analoge Festnetz gekoppelt. Eine Umstellung zur IP-Telefonie ist deshalb nötig.
05. Oktober 2017, 05:18

Immer mehr Gespräche werden mobil geführt. Eine Entwicklung, die seit Handyzeitalter und Di­gitalisierung zunimmt. Ab kommendem Jahr werden sämtliche Festnetzanschlüsse deshalb auf die IP-Festnetztelefonie – umgangssprachlich auch Internettelefonie – umgestellt. Für die Festnetzkunden bedeutet das: Sie müssen ihr Telefon neu am Router statt direkt an der Wandbuchse einstecken. Den Router erhalten Kunden von der Swisscom gratis, wie die Firma mitteilt. Auch das alte Telefon kann weiterhin benutzt werden, mit Ausnahme des Wählscheibentelefons: Für dieses muss ein Adapter eingesetzt werden.

Die Umstellung betrifft jedoch nicht nur Festnetztelefone. Auch Alarmanlagen, die an einen Festnetztelefonanschluss gekoppelt sind, müssen umgerüstet werden. Ansonsten würde bei einem Einbruch zwar noch ein akustischer Alarm ausgelöst werden, aber die Meldezentrale oder der Hauseigentümer würde nicht mehr benachrichtigt.

Bei regionalen Alarmanlagenanbietern ist das Problem schon länger bekannt. «Wir haben unsere Kundinnen und Kunden schon vor einiger Zeit über die Umstellung informiert», sagt Roman Humbel von der Sicherheitstechnikfirma Expert Humbel AG in Rheineck. Bereits seit fünf Jahren rüstet die Firma Alarmanlagen digital auf. Deshalb habe man wohl derzeit nicht so viele Anfragen. Einen Hype gegen Ende Jahr kann sich der Geschäftsführer aber vorstellen. Auch wartet die Firma Alarm­anlagen regelmässig, um deren Funktionieren zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang seien auch schon einige Umstellungen erfolgt.

Neu kontaktieren die Alarmanlagen die Eigentümer, Hausbewohner oder die Meldezentrale via Handynetz. Die Kosten dieser Umrüstungen seien sehr unterschiedlich. Ältere Sicherheits­anlagen werden deshalb zum Teil gleich komplett erneuert.

Durch die Umstellung alle Hände voll zu tun

Auch bei der Goldacher Firma ASS Alarm Systems, die Alarm- und Sicherheitsanlagen anbietet, ist die Problematik seit mehreren Jahren bekannt. Geschäftsführer Luigi Stuppia schildert Fälle, in denen bereits auf IP-Telefonie umgestellt wurde und Hauseigentümer darauf Störungen der noch analogen Alarmanlage feststellten. Stuppia schätzt aber, ­bereits 90 Prozent der Anlage auf den neusten Stand gebracht zu haben. «Wir haben durch die Umstellung derzeit aber spürbar mehr zu tun», sagt Stuppia.

 

Jolanda Riedener

jolanda.riedener@tagblatt.ch


Leserkommentare

Anzeige: