Wohnungen statt Sammelsurium

RORSCHACH. Die Albin-Pedrotti-Stiftung will ihrem Gründer im Rorschacher Zentrum ein Monument schaffen. Ab Freitag liegt das Baugesuch für einen Neubau mit 20 Mietwohnungen auf fünf Stöcken an der Kirchstrasse 36 auf. Zwei Häuser weichen.
03. Dezember 2014, 02:34
CORINA TOBLER

Alteingesessenen ist der Rorschacher Bauunternehmer Albin Pedrotti ein Begriff. Sein Geschäft verkaufte er in den Neunzigerjahren, 2000 gründete er seine Stiftung. Diese ist nun Bauherrin des nächsten grösseren Bauprojekts im Rorschacher Stadtkern. Anstelle der Liegenschaften an der Kirchstrasse 34 und 36 und des Parkplatzes südlich der Filiale der St. Galler Kantonalbank plant sie einen Neubau mit fünf oberirdischen und zwei unterirdischen Geschossen. Ab Freitag und bis 18. Dezember liegt das entsprechende Baugesuch öffentlich auf.

Monument statt Profit

Der Wohnbau ist dem Stiftungsgründer Albin Pedrotti gewidmet und wird seinen Namen tragen. «Die Stiftung arbeitet nach Albin Pedrottis Grundsätzen und fördert das Bauen nach Minergiestandard mit Fokus auf hohe Wohnqualität. Diesen Prinzipien folgen wir auch an der Kirchstrasse 36. Geplant ist ein Minergie-Holzbau, in dem wir Mietwohnungen zu vergünstigten Preisen anbieten werden», sagt Stiftungsratspräsident Werner Bollhalder. Vergünstigt deshalb, weil die Stiftung aus dem Mietertrag keinen Profit schlagen und andere Grundeigentümer nicht konkurrenzieren dürfe. Wenn kein Gewinn herausspringt, weshalb baut die Stiftung dann? «Wir möchten Albin Pedrotti ein Monument in Rorschachs Fussgängerzone erbauen – es ist auch ein Brunnen zu seinen Ehren geplant», so Bollhalder.

Zwei bis vier Zimmer gross

Die Carlos Martinez Architekten Rorschach AG ist für die Planung des Neubaus verantwortlich, der sich in seiner Höhe an die Kantonalbankfiliale und das Haus an der Kirchstrasse 32 anpasst. Oberirdisch wird auf fünf Geschossen gebaut, 20 Mietwohnungen entstehen. «Im Detail handelt es sich um sieben Zweizimmer-, zwölf Dreizimmer- und eine Vierzimmerwohnung», sagt Pierrette Gnädinger vom Architekturbüro. Zu den fünf oberirdischen kommen zwei unterirdische Geschosse, wozu eine Tiefgarage gehört. Die Parkplätze werden zum Teil der Kantonalbank abgetreten, da diese ihren heutigen Parkplatz an die Stiftung verkauft. Der Verkauf erfolgt erst nach Eintreffen der Baubewilligung. Dasselbe trifft auf die Liegenschaft mit den heutigen Gebäuden Kirchstrasse 34 und 36 zu, die zurzeit im Besitz der Carlos Martinez Architekten AG in Berneck ist.

Frühestens Sommer 2016 fertig

Gehen während der Auflagefrist keine Einsprachen ein, soll im Frühling mit dem Bau begonnen werden. «Die Arbeiten werden etwas mehr als ein Jahr dauern, so dass die Wohnungen gegen Sommer 2016 bezugsbereit sein sollten», sagt Werner Bollhalder, der über den zustande gekommenen Liegenschaftshandel erfreut ist. «Unserer Stiftung gehört auch die Kirchgasse 20. Ursprünglich fassten wir ins Auge, dort zu bauen. Das Haus hätte aber total saniert werden müssen, was zu hohe Kosten verursacht hätte.»

Das Sammelsurium zieht aus

Mit dem Albin-Pedrotti-Haus muss Stadtoriginal Fred Schuppisser mit seinem Sammelsurium bereits zum zweiten Mal einem Neubau weichen. Nachdem er im Ex-Ex-Libris nicht bleiben konnte, muss er nach nur einem Jahr aus der Kirchstrasse 34 ausziehen. Einen neuen Raum für seine historischen Ausstellungsobjekte hat er noch nicht. «Ich werde am 31. Dezember um Punkt 14 Uhr meinen Schlüssel abgeben. Die Objekte, die mir gehören, passen in mein Auto. Ob und wo ich für andere weiter ausstelle, ist noch offen», sagt Schuppisser.


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