Stoff für einen Krimi

GOLDACH. Der Krimiautor Peter Beutler hat ein neues Projekt: Er verarbeitet den Mord in der Oberrieter Kristallhöhle. Das Buch soll im kommenden Jahr erscheinen.
03. September 2013, 07:33
DOMINIK BÄRLOCHER

Zwei tote Mädchen im Wald, es war wohl Mord. Verdächtige gibt es, doch gegen keinen der Männer finden sich handfeste Beweise. Ein Mann sammelt jede noch so kleine Information über den Fall. Jahrelang. Der Täter ist bis heute unbekannt. Was wie Stoff aus einem Krimi klingt, ist wahr. Dies sind die Umstände des im Jahre 1982 verübten Kristallhöhlen-Mordes in Oberriet (Ausgabe 31.7.2012).

Nicht nur ein Krimi

Bei den beiden Opfern handelt es sich um die 15jährige Karin Gattiker und die 17jährige Brigitte Meier aus Goldach. Die beiden Teenager waren im Juli 1982 zu einer Velotour aufgebrochen und nie mehr zurückgekehrt. Ihre Leichen wurden anfangs Oktober 1982 unterhalb der Kristallhöhle in Oberriet gefunden. Der Mordfall ist zu einem der aufsehenerregendsten Verbrechen der Ostschweizer Geschichte geworden und bis heute sorgt er in der Seeregion immer wieder für Gesprächsstoff. Und genau diesen Fall greift Autor Peter Beutler in seinem neuen Buch auf. Dieses soll im kommenden Jahr erscheinen. Es wird nicht Beutlers erstes Buch sein. Sein erster Roman «Die Tote vom Zwieselsberg» erschien 2010, danach veröffentlichte er den Neonazikrimi «Weissenau» und in diesem Jahr den Polizeikrimi «Hohle Gasse». Beutler will mit seinen Büchern nicht nur gute Krimigeschichten erzählen.

Leser aufrütteln

Er versucht auch, seine Leser aufzurütteln. «Ich hoffe, dass sich am Ende jemand an etwas erinnern kann, auch wenn es nur ein winziges Detail ist, und das Rätsel im echten Leben dann gelöst wird.» Dies habe es schon nach der Veröffentlichung von «Hohle Gasse» gegeben. In diesem Buch greift er die Machenschaften der Luzerner Sondereinheit Luchs auf, die mehrerer Gewaltdelikte bezichtigt wird. Leser hätten ihm nach der Lektüre berichtet, dass er ein Detail oder eine Situation falsch beschrieben habe, denn in Wirklichkeit sei alles ganz anders gewesen. Und so füge sich die Geschichte in die Realität ein und zeichne ein klareres Bild von den wahren Begebenheiten, sagt Peter Beutler.

Das Problem seiner Erzählweise: «Ich bin auf einer steten Gratwanderung zwischen den Fakten und der Fiktion», sagt er. Er müsse in jedem seiner Bücher einen Weg finden, wie er möglichst nahe an den Fakten bleiben könne und dennoch niemanden – unter Umständen fälschlicherweise – verdächtige. So müsse er denn auch darauf achten, dass die Figuren im Roman, die stets Menschen aus dem echten Leben nachempfunden sind, nicht identifizierbar sind.

Genug Zündstoff

Dennoch will Beutler so nahe an der Wahrheit bleiben wie nur irgend möglich. Auch beim Schreiben des Buches über den Kristallhöhlen-Mord. «Dies möchte ich unter anderem, weil der Fall genug Zündstoff für einen spannenden Krimi bietet», sagt der Autor, der über dem Thunersee wohnt. Also keine Kenntnisse der lokalen Gegebenheiten hat. Damit er sich trotzdem auf möglichst viele Fakten stützen kann, hat er Zugang zu einem privaten Archiv erhalten. Dieses gehört einem Mann, der den Kristallhöhlen-Mord seit Jahrzehnten verfolgt.


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