Spitzenballsport im Rollstuhl

Behindertensportler, die um den Ball kämpfen, sind in einem Monat in Rorschacherberg zu sehen. Für diese Runde der Schweizer Meisterschaft im Rollstuhl-Rugby leitet der Goldacher Lehrling und Rollstuhlsportler Luis Hurni das OK.
03. Februar 2014, 02:36
FRITZ BICHSEL

REGION RORSCHACH. Die Spieler vom Ostschweizer Club wollten in der Seeregion schon im Sommer 2013 Rollstuhl-Rugby zeigen: am Benefizanlass von Peter Hochreutener für Behindertensportler auf Kellen. Starker Regen hinderte sie aber. Das kann den Rolling Rhinos am nächsten Anlass nicht passieren: Die Meisterschaft wird in Hallen gespielt. Bei der zweiten von drei Runden werden am 8./9. März in der Mehrzweckhalle Rorschacherberg sieben Teams aus der Schweiz und eines aus Vorarlberg um Punkte in der A- und der B-Liga kämpfen.

Rasanter Behindertensport

Es geht zur Sache bei Rollstuhl-Rugby – wie beim Sport auf Rasen, von dem die Bezeichnung abgeleitet ist. Statt Spieler geraten hier Rollstühle aneinander, wenn zwei Mannschaften mit je vier Spielern oder vereinzelt Spielerinnen kämpfen. Auf dem Feld mit Angriffs-, Verteidigungs- und Torzone haben sie höchstens 40 Sekunden Zeit für einen Angriff. Ein Tor ist erzielt, wenn ein Spieler den Volleyball gegen Verteidiger unter Kontrolle bringen und über die Linie fahren kann. Dafür sind auch Taktik und Teamarbeit wichtig.

Ob bei den Rolling Rhinos aus der Ostschweiz sowie aus Liechtenstein und Vorarlberg am 8./9. März der Goldacher Luis Hurni mitkämpfen kann, ist noch unsicher. Er ist im Spital und leistet von dort Organisationsarbeit. Es besteht aber Aussicht auf so gute Rehabilitation, dass er fürs Heimturnier fit ist. Möglicherweise spielt er dann sogar erstmals in der A-Liga.

Von Clubs selber organisiert

Einer der fünf Clubs in der Schweiz organisiert jeweils eine Runde der Schweizer Meisterschaft. Luis Hurni freut sich sehr, dass die diesmal zuständigen Ostschweizer an den Bodensee kommen, und hat die Leitung des OK übernommen. Planung, Sponsoring, Plakate, Halle, Transporte, Turnier, Verpflegung, Übernachtung und weiteres bringen viel Arbeit. Da ist der Lehrling dankbar, dass ihn seine Mutter stark unterstützt und weitere Leute aus der Region mithelfen, unter ihnen seine früheren Sportkollegen vom Goldacher BMX-Club oder der selber an den Rollstuhl gebundene Goldacher Peter Hochreutener.

Zwei Tage Turnier, freier Eintritt

Das Turnier in der Mehrzweckhalle Rorschacherberg wird nach einem dichten Spielplan verlaufen: am Samstag, 8. März, von 9.30 durchgehend bis 18 Uhr A- und B-Liga, am Sonntag, 9. März, von 9 bis 13.15 Uhr A-Liga und gleich anschliessend bis 16.15 Uhr die Finalrunde, um 16.30 Uhr die Siegerehrung. Für ein Rahmenprogramm bleibt kaum Zeit. Auf Besucher warten aber nebst Einblick in eine rasante Sportart für Behinderte und Wettkampfatmosphäre auch eine Festwirtschaft – geführt von den Goldacher BMX-Sportlern – und ein Kuchenstand. Die Turnierkosten sind dank Sponsoren und Gönnern gedeckt. Der Eintritt ist frei.

Die A-Liga als Ziel

Rollstuhl-Rugby spielen Leute, die an Beinen und Armen eingeschränkt sind, aber einen Rollstuhl selber antreiben können. Für faire Wettkämpfe sind sie je nach Beeinträchtigung mit 0,5 bis 2,5 Punkten klassiert und darf ein Team auf höchstens acht Punkte kommen. Luis Hurni hat als Querschnittgelähmter starke Einschränkungen, deshalb nur 0,5 Punkte. Er spielt seit knapp drei Jahren bei den Ostschweizer «Rolling Rhinos» im B-Team, das einmal wöchentlich trainiert am Wochenende. Sein Ziel ist die A-Liga und später vielleicht die Nationalmannschaft. A-Teams trainieren zweimal wöchentlich.

Ein Spiel dauert samt Unterbrüchen (wie im Eishockey) etwa eine Stunde. Effektive Spielzeit sind 32 Minuten in vier Abschnitten.


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