Schlaflose Nacht an der Goldach geht glimpflich aus

GOLDACH. An der Goldach musste am Wochenende die Brücke beim SAK-Werk mit Hilfe von Baggern vor Verklausungen geschützt werden, um ein Hochwasser ähnlich wie jenes von 2002 zu verhindern.
03. Juni 2013, 01:34
CORINA TOBLER/RUDOLF HIRTL

Obwohl von Freitag bis Sonntagmittag bis zu 183 Millimeter Regen fielen, ist die Goldach im Gegensatz zum verheerenden Hochwasser 2002 grossteils in ihrem Bett geblieben und hat keinen gröberen Schäden verursacht. Eine schlaflose Nacht hatten dennoch viele. Zu frisch ist die Erinnerung an den 1. September 2002, als der Fluss alles mitriss, was sich ihm in den Weg stellte.

Baumstämme im Sekundentakt

An vorderster Front waren erneut Mitglieder der Feuerwehr Goldach engagiert. Sie beobachteten von Samstag- bis Sonntagmittag bei der SAK-Brücke den Fluss. «Seit nachmittags um vier ist das Wasser rund einen Meter gestiegen», sagte Einsatzleiter Adrian Künzler in der Nacht auf Sonntag. Der Fluss riss regelmässig Baumstämme von fünf bis sechs Metern Länge seewärts. Ein Bagger stand bereit. «Wir müssen sofort eingreifen können, falls sich Bäume unter der Brücke verkeilen. Sonst dauert es nicht lange, bis der Fluss über die Ufer tritt», erklärte Künzler.

Bei der Bleiche führte die Goldach in der Nacht auf Sonntag 53,50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in den Bodensee. Bereits in in der Nacht auf Samstag war die Abflussmenge auf bis zu 36 m³/s gestiegen. In der Nacht zuvor lag die Zahl noch bei 0,96; das Jahresmittel beträgt 1,42 m³/s. Von 200 m³/s wie sie beim Hochwasser im September 2002 gemessen wurden, war der Fluss zwar noch weit entfernt. Dennoch gab es einige heikle Momente zu überstehen. Der Bagger kam mehrmals zum Einsatz. Nicht nur bei der Brücke, auch im Bereich Blumenegg musste die Feuerwehr bis zu 25 Meter lange Baumstämme aus dem Wasser ziehen.

Heikler Moment in der Nacht

Nach Mitternacht hat sich laut Bernhard Krempl von der Feuerwehr Goldach bei einem der beiden Bögen beim Bahnviadukt bedrohlich viel Holz aufgetürmt. «Nachdem der Baggerfahrer bereits überlegt hat, ob er das Risiko eingehen soll, in den reissenden Fluss zu fahren, ist einer der Stämme mit einem lauten Knall geborsten und das ganze Fuder ist die Goldach hinuntergetrieben.»

Das stärkste Hochwasser seit 2002 hat aber auch gezeigt, dass sich die baulichen Massnahmen am Fluss bewährt haben.


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