Neue Post öffnet im September

GOLDACH ⋅ Nach langer Wartezeit können die Goldacher ihre Postgeschäfte bald wieder in der «normalen» Filiale erledigen. Die Bauarbeiten an der Poststelle – eigentlich auf 2013 angesetzt – haben begonnen. Das Provisorium wird später umgenutzt.
28. April 2016, 07:16
ALESSIA PAGANI

GOLDACH. Was lange währt, wird endlich gut. Mit diesem Sprichwort wird sich in den vergangenen Jahren so manch Goldacher über die Situation rund um ihre Poststelle vertröstet haben. Eine geraume Zeit war es ruhig in der ehemals belebten Filiale. Grund: Die Kundinnen und Kunden werden seit vier Jahren in einem Provisorium im hinteren Teil des Gebäudes bedient. Die angestammte Postfiliale soll ein neues Erscheinungsbild erhalten. Aus dem hypothetischen Satz wird schon bald Realität – die Bauarbeiten haben nach langen Verzögerungen begonnen, das Haus ist eingerüstet. Den Baustart an der Postfiliale bestätigt auf Nachfrage auch Simon Wirth von Siwit GmbH. Die Firma mit Sitz in Gossau fungiert als Architektur- und Bauleitung. Die Wiedereröffnung der Filiale wird auf Mitte September angekündigt.

Neu rollstuhlgerecht

Die «neue» modernisierte Poststelle wird sich wie ursprünglich im vorderen Teil des Gebäudes befinden, das Provisorium wird aufgelöst. «Die Betriebsfläche wird im Gegensatz zur ehemaligen Poststelle massiv kleiner», sagt Simon Wirth. Die Eingänge wandern an die Hauptstrasse. Wie Wirth sagt, wird die neue, alte Postfiliale nach dem Umbau zudem rollstuhlgerecht sein, dazu gehören der lückenlose Ersatz der jetzigen Türen durch Schiebetüren und neue rollstuhlgerechte Eingänge. Zudem werde im ganzen Gebäude eine energiesparende neue LED-Beleuchtung eingesetzt, so Wirth weiter.

In einer zweiten Phase wird das jetzige Post-Provisorium aufgelöst und der betreffende Gebäudeteil umgestaltet. «Dieser erhält eine moderne, zeitgerechte Metallfassade», so Simon Wirth. Geplant sind drei neue Gewerbeflächen. «Wir sind aber sehr flexibel. Es könnten dementsprechend auch mehrere neue Betriebe einziehen.» Das ganze Gebäude inkl. allen Wohnungen wird energetisch und technisch den heutigen Anforderungen angepasst. Dächer, Fassadenteile sowie alle Fenster werden vollständig ersetzt. Das Erscheinungsbild wird modernisiert, erklärt Simon Wirth.

Näher an den Kunden

Nebst diesen baulichen Veränderungen wird auch das Konzept der Post angepasst. «Es wird eine grosse und helle Kundenzone mit offenen Schaltern geben», verspricht Postsprecher Ost Markus Werner. Das bedinge, dass die Glasscheiben, die einst die Postkunden von den Postangestellten getrennt hatten, nicht mehr angebracht werden. Dieses neue Schalterkonzept wird bereits im Provisorium getestet und scheint sich bewährt zu haben. Die Erneuerung der Postfiliale geht einher mit einer Sanierung des ganzen Gebäudes an der Hauptstrasse. Zur Liegenschaft gehören der Spar im unteren Bereich (ehemals Denner), die Poststelle im oberen Bereich, eine Filiale der Kantonalbank und elf Wohnungen, zwei davon werden auch während des Umbaus weiterhin an die jetzt dort ansässigen Coiffure und Zahnarzt vermietet, die restlichen neun Wohnungen werden neuen Mietern zur Verfügung gestellt. Der Neubezug der Wohnungen ist auf Anfang September angesetzt. Bereits jetzt kann man sich von einem Teil der Umbauarbeiten selber überzeugen: Die neue Spar-Filiale im vorderen unteren Gebäudeteil feiert heute offiziell Eröffnung (siehe Text unten).

Lange Verzögerungen

Die Besitzerin der Liegenschaft – abgesehen vom mittleren Teil, in dem sich die Kantonalbank befindet – ist die Fuma Consulting AG mit Sitz in Wil. Deren Verwaltungsratspräsident Alexander Kehl spricht von einer Komplett-Sanierung der Innen- und Aussenbereiche des Gebäudes an der Hauptstrasse 19. Die Immobilie sei ausgehöhlt und der Innenbereich sei nach und nach in der Fertigstellung. In einem letzten Teil würden noch die Fassaden der einzelnen Gebäudeteile farblich aufeinander abgestimmt, sagt Kehl. Die Fuma Consulting AG hatte das Gebäude im Juni 2014 von der Post Immobilien AG erworben und sich dadurch verpflichtet, den Umbau für die Post auszuführen. Im Juni 2012 hatte die Post erstmals über den Umbau informiert. Dieser sollte im Jahr 2013 starten. Aufgrund interner Abklärungen und des Besitzerwechsels zog sich der Baustart allerdings hin.


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