Für Bildung und Selbständigkeit

Am Adventsmarkt von Tübach steuerte die von der Bevölkerung unterstützte Jugend 7000 Franken für das Hilfswerk SolidarAndhra zusammen. Zur gleichen Zeit weihte der Verein in Indien seine neue Taubstummenschule Mallepally ein.
21. Januar 2014, 02:28
PETER BEERLI

TÜBACH. Auf den Adventsmarkt bastelten die Schülerinnen und Schüler. Sie taten es, um mit dem Verein SolidarAndhra zu helfen, indischen Waisenkindern eine gute Schulbildung zu ermöglichen. 7065 Franken flossen zusammen. Damit können das jährliche Schulgeld, die Schuluniform und die Internatskosten für 28 Kinder bezahlt werden.

Bildung für 400 Kinder

Aktuell sichert SolidarAndrha vierhundert Waisen und Halbwaisen im Bundesstaat Andrha Pradesh, die Unterkunft bei überlebenden Familienangehörigen und ermöglicht ihnen Schulbildung und medizinische Versorgung. Daraus entstehen dem 2007 von Josef und Hedy Aeberhard gegründeten Verein mit Sitz in Tübach jährliche Kosten von 100 000 Franken.

SolidarAndrha hilft in einer kargen Gegend, wo die Menschen den Lebensunterhalt in der Landwirtschaft verdienen. Aufgrund schwieriger klimatischer Bedingungen und teils hoher Verschuldung durch den Kauf von Saatgut und Dünger geraten viele Bauern in finanzielle Not. Die Sterberate als Folge der Verarmung und schlechter Wasserqualität ist hoch. Zurück bleiben Kinder ohne familiäre Strukturen und Existenzgrundlage.

Die Geste gilt den Gönnern

Josef Aeberhard konnte der Schuljugend und der Bevölkerung erst kürzlich den Dank aussprechen. Während des Adventsmarktes weilte er zusammen mit Vorstandsmitglied Doris Wäger in Indien bei der Einweihung der neuen Räumlichkeiten der Taubstummenschule Mallepally. Hier werden siebzig Kinder unterrichtet. Ohne die Unterstützung durch SolidarAndhra hätte die Schule 2009 schliessen müssen. Da sie in räumlich prekären und menschenunwürdigen Verhältnissen eingemietet war, erstellte SolidarAndrha für 180 000 Franken einen neuen Bau, in welchen die Schülerinnen und Schüler seit November den Unterricht besuchen. Tausend Menschen waren dabei, als die Schule mit Ritualen, Reden, Darbietungen und grossem Essen dem Betrieb übergeben wurde. Ein Band wurde durchschnitten, eine Ehrentafel mit goldenen Lettern enthüllt und Kokosnüsse aufgeschlagen. Mütter und Grossmütter warfen sich als Zeichen des Dankes vor den Helfern aus der Schweiz zu Boden und berührten ihre Füsse. Eine bei uns ungewohnte Geste, die allen Gönnern und Spendern gilt.

Hilfe für aidskranke Frauen

Neu bemüht sich SolidarAndrha auch um acht von Aids betroffene Frauen. Eine dem Ehepaar Aeberhard seit Jahren bekannte Frau aus der obersten Kaste betreut und berät sie, schaut, dass sie ihre lebensnotwendigen Medikamente bekommen. SolidarAndrha setzt sich dafür ein, dass die Betroffenen monatlich ein Paket nährstoffreicher Nahrung erhalten, und verhilft mit einem Startgeld von sechzig bis hundert Franken zu einem kleinen Geschäft. So konnte eine Betroffene mit Schreibutensilien, Parfum-Mustern und Nippsachen aus der Schweiz einen «Lady's Corner» mit Billigschmuck eröffnen.

SolidarAndrha wird durch Mitgliederbeiträge und Spenden von Privaten und Institutionen getragen. Weitere Auskünfte über www.solidarandrha.ch

Leserkommentare

Anzeige: