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Tagblatt Online, 11. September 2010 01:03:09

Spass und strategische Knochenarbeit

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Albert Koller (links) und Christoph Jansen schätzen den persönlichen Kontakt zu Lernenden – hier mit Polymechanikerin Lea Schmid aus Hinterforst im dritten Lehrjahr. (Bild: Bild: pd)

Sie haben die Ausbildung des Berufsnachwuchses zu einem Erfolgsfaktor im Unternehmen und im Tal gemacht: Personalleiter Albert Koller und Mitinhaber Christoph Jansen von der Jansen AG, Oberriet. Dieses Engagement ehrt die Hans Huber Stiftung mit ihrem Anerkennungspreis.

oberriet. Albert Koller hat die Personalentwicklung als Leiter Personalmanagement im Unternehmen wesentlich geprägt. Die Stärkung der Berufsausbildung im Unternehmen trägt seine Handschrift. Die Geschäftsleitung stärkt ihm den Rücken, indem sie der Förderung des Berufsnachwuchses hohe Bedeutung beimisst. Christoph Jansen als Mitglied der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates ist überzeugt, dass selber ausgebildete Fachkräfte die beste Grundlage für eine konstante Qualität der Produkte sind, weil diese Mitarbeitenden das Unternehmen und die Anlagentechnologien gut kennen.

Es mache aber einfach auch Spass, junge Leute in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen und sie herauszufordern. Albert Koller weiss, dass es dabei immer auch Berufsbildner mit pädagogischem Flair braucht, die er als Multiplikatoren ebenso fördert.

Ausbildung lohnt sich

Christoph Jansen verdeutlicht es anhand von Zahlen: Von den 830 Mitarbeitenden bei Jansen absolvieren 57 die berufliche Grundbildung, und bis jetzt wurden rund 500 Lernende ausgebildet.

Es freut ihn, dass der Schnitt der Abschlussnoten über der Note 5 liegt, wobei man auch Jugendlichen bewusst eine Chance gebe, die nicht zu den besten Schulabgängern gehören. Mehr noch aber erfüllt es ihn mit Genugtuung, dass von den 700 Mitarbeitenden in Oberriet 100 Arbeitskräfte die berufliche Grundbildung bei der Jansen AG absolviert haben und dass 18 Prozent des Kaders die Karriere ebenfalls im Unternehmen starteten.

Damit verdeutlicht er, dass erfolgreiche berufliche Entwicklungen – mehr als allgemein vermutet – durchaus mit einer Lehre beginnen können – und: «Die Verantwortung für die Entwicklung von Mitarbeitenden hört nicht mit der Lehrlingsabschlussprüfung auf.» Er unterstreicht dies mit der Tatsache, dass selbst in der Geschäftsleitung von Jansen zwei ehemalige Lernende tätig sind.

Draht zu Schulen und Eltern

Albert Koller ist überzeugt, dass nebst einer guten Ausbildung auch die professionelle Selektion der Lernenden bereits Einfluss auf einen erfolgreichen Lehrverlauf hat. Der regelmässige Austausch mit Lehrern und ein guter Draht zu den Schulen seien dabei genauso wichtig wie der Kontakt zu den Eltern, weiss der Hinterforster Schulpräsident. Koller hat auch keine Berührungsängste anderen Unternehmen gegenüber.

Es sei deshalb sogar begrüssenswert, wenn eigene Lernende nach der beruflichen Grundbildung in anderen Unternehmen Erfahrungen sammeln könnten: «Ich freue mich aber auch, wenn sie später wieder zurückkommen.» Auch andere Unternehmen in der Region profitieren von den Erfahrungen und pflegen den Gedankenaustausch mit den Verantwortlichen der Jansen AG.

Kräfte regional bündeln

Wie beflügelnd es sein kann, mit anderen Unternehmen die Berufsbildung überbetrieblich weiterzuentwickeln, weiss Albert Koller aus seinem Engagement in verschiedenen regionalen und lokalen Personal-Erfahrungsgruppen oder als Mitinitiant und Projektleiter des Vereins Chance Industrie Rheintal. Das Projekt von 17 Rheintaler Industrieunternehmen gilt mittlerweile gesamtschweizerisch als Vorzeigemodell, wie Unternehmen die Kräfte regional bündeln können, um ihr eigenes Image in der Berufsbildung zu verbessern und eine Erfolgsbasis für die Zukunft zu legen. Handlungsbedarf sieht er im industriellen Umfeld noch darin, die Berufe frauenfreundlicher zu gestalten. Die Erfolge in der Berufsbildung mit positiven Auswirkungen auf die Betriebsergebnisse sind für Christoph Jansen und Albert Koller gute Beispiele, wie man regionale und betriebliche Stärken gezielt entwickeln kann. Koller bringt die Denkweise, die dahinter steckt, auf den Punkt: «Vernetzen, nicht konkurrenzieren.» (pd)





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