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Tagblatt Online, 09. September 2010 01:02:42

Nachwuchsförderer aus Leidenschaft

Die Hans Huber Stiftung zeichnet dieses Jahr fünf Personen aus, die sich besonders für die berufliche Grundbildung engagiert haben. Die Preisverleihung findet am 17. September in Heerbrugg statt. Unter den Gewinnern sind auch drei Berufsexperten.

Heerbrugg. Anerkennungspreise erhalten Bernhard Lercher aus Klaus (A) sowie Albert Koller und Christoph Jansen von der Jansen AG in Oberriet. Zudem werden drei Trainer von Medaillengewinnern an den Berufsweltmeisterschaften aus Vorarlberg und dem Kanton St. Gallen mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

Bernhard Lerchers Engagement für Lernende ist vorbildlich: Seine Triebfeder für eine gute Lehrlingsausbildung in seinem Betrieb Lercher Werkzeugbau GmbH sind die Jugendlichen selber:

«Schon vor meiner Selbständigkeit durfte ich Lehrlinge in einem Industrieunternehmen ausbilden. Die Erfolge haben mich beflügelt: Ich habe die Dynamik und die Kraft der Lehrlinge entdeckt. Das motiviert mich bis heute, jungen Menschen zu helfen, sich persönlich und beruflich weiterzuentwickeln.» Der Leistungsausweis in Sachen Berufsbildung ist denn auch eindrücklich: Rund die Hälfte der 60 Angestellten haben die Lehre im eigenen Haus gemacht, insgesamt beschäftigt das Unternehmen dieses Jahr 17 Lehrlinge.

Regelmässig gehören Lercher-Lehrlinge zu den besten bei Abschlussprüfungen und Lehrlingswettbewerben.

Ausbildung lohnt sich

Aussergewöhnlich ist auch das Engagement von Albert Koller und Christoph Jansen: Albert Koller hat die Personalentwicklung als Leiter Personalmanagement im Unternehmen wesentlich geprägt. Die Stärkung der Berufsausbildung im Unternehmen trägt seine Handschrift.

Er weiss, dass es dabei immer auch Berufsbildner mit pädagogischem Flair braucht, die er als Multiplikatoren ebenso fördert. Die Geschäftsleitung stärkt ihm den Rücken, indem sie der Förderung des Berufsnachwuchses hohe Bedeutung beimisst. Christoph Jansen als Mitglied der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrates ist überzeugt, dass selber ausgebildete Fachkräfte die beste Grundlage für eine konstante Qualität der Produkte sind, weil diese Mitarbeitenden das Unternehmen und die Anlagentechnologien gut kennen.

Es mache aber einfach auch Spass, junge Leute in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu unterstützen und sie herauszufordern.

Förderpreise für Trainer

Nebst den Anerkennungspreisen werden dieses Jahr drei Förderpreise an Berufsexperten verliehen, die ihre Kandidaten an den Berufsweltmeisterschaften zur Medaille führten.

Walter Goritschnig, Anlagensteuerungstechniker und Lehrlingsausbildner bei der Julius Blum GmbH im vorarlbergischen Höchst, führte als Trainer den Polymechaniker Benjamin Grabherr an der Berufsweltmeisterschaft zum zweiten Rang: «Er als Kandidat sowie ich als Trainer haben unsere Zeit gut investiert.»

Auch Gernoth Dolinar, Ausbildungsmeister für Werkzeugtechnik der Julius Blum GmbH, war an der Berufsweltmeisterschaft erfolgreich: Als Trainer brachte er CNC-Dreher Benjamin Poredos zum ersten Rang. Es habe viel zu trainieren gegeben, und sie mussten auch bereit sein, sporadisch zu üben, sagt Dolinar.

«Streit gab es nie»

Ebenfalls den ersten Rang erreichte Steinmetz Tobias Kupferschmidt, der als Trainer Jean-Luc Braun, Steinmetz-Ausbildner der Gautschi AG aus St. Margrethen, hatte. Braun und Kupferschmidt waren ein harmonisches Team: «Oftmals sagten die Leute, dass wir zusammengehören. Denn Streit gab es bei uns nie.» (pd)





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