Tagblatt Online, 17. April 2010 01:02:19
Ein Schritt Richtung Energiesparen
René Sieber (links, Präsident Grüne Rheintal) übergibt Thomas Mittelberger (Gemeinderat von Lustenau) als verbindendes Element eine Rheinseele. (Bild: Bild: Andrea Kobler)
Das Rheintal macht sich auf, zu einer Energieregion zu werden. Die Grünen Rheintal gehen einen Schritt voran und laden zum grenzüberschreitenden Erfahrungsaustausch. Das Interesse an einem Thema, das alle betrifft, bleibt aber gering.
andrea KobleR
heerbrugg. Trinken Sie gerade eine Tasse Tee oder Kaffee, währenddem Sie diese Zeilen lesen? Haben Sie die Kaffeemaschine ausgeschaltet, anstelle diese im Stand-bye-Modus auf ihren nächsten Einsatz zu vertrösten? Dann haben Sie bereits einen ersten Schritt Richtung Energiesparen getan. «Stand bye, das gibt es bei mir nicht mehr», sagt René Sieber, Präsident Grüne Rheintal. Die Partei lud am Mittwoch in den «Heerbruggerhof» in Heerbrugg zur öffentlichen Informationsveranstaltung.
Der Neid der Rheintaler
Neidisch blicken Rheintalerinnen und Rheintaler oft zu den nur wenige Kilometer entfernt lebenden Vorarlbergern. Dort wird Energiesparen intensiv gefördert. Thomas Mittelberger, Gemeinderat in Lustenau, referierte über seine Erfahrungen und Herausforderungen, die er in den letzten Jahren als Umwelt- und Energieverantwortlicher der grössten Marktgemeinde Österreichs gewonnen hat.
René Sieber fühlt sich besonders von Aktionen, wie dem zum dritten Mal durchgeführten Fahr-Rad-Wettbewerb angesprochen, an dem sich kürzlich 380 fahrradfreudige Lustenauerinnen und Lustenauer beteiligten. Darüber hinaus sponsert die Gemeinde zum Beispiel Kinder- und Lasten-Anhänger für Fahrräder mit 25 Prozent des Kaufpreises, bis zu 100 Euro. Kein Wunder, liegt der Anteil der Fahrräder im Lustenauer Verkehr bei 22 Prozent.
Mit solchen oder ähnlichen Aktionen, so René Sieber, könne die Bevölkerung sensibilisiert werden: «Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Menschen ans Energiesparen heranzuführen.» Denn oft ist der Einkauf im Dorf zu Fuss oder mit dem Rad schneller erledigt, als mit dem Auto. Der Aufwand ist derselbe, ob bei Kaffeemaschine oder Fernseher auf den Stand-bye-Modus gestellt – oder ausgeschaltet – wird.
Verbrauch greifbar machen
Ausserdem soll der Energieverbrauch greifbar gemacht werden. «Wie viel Energie verbraucht Widnau jährlich? Oder welche Rheintaler Bürger sind die sparsamsten im Energieverbrauch? Solche Zahlen öffentlich zu machen, wäre sehr interessant und auch greifbar», so der Präsident Grüne Rheintal weiter. Die Partei, der er vorsitzt, arbeitet daran, das Bewusstsein der Bevölkerung zu sensibilisieren. Ideen wie zum Beispiel die Einführung eines autofreien Tages sind vorhanden. Freiwillig müsste er sein. Denn, so Sieber: «Das Umdenken beginnt vorab im Kopf eines jeden Einzelnen.»
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