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Tagblatt Online, 19. Januar 2010 01:02:36

Ziele und Visionen verfolgen

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Der Fotograf und Abenteurer Thomas Ulrich (mit Präsentkorb) sollte Kunden und Partnern der KS Treuhand mit seinem Vortrag den richtigen «Kick» fürs neue Jahr geben. Von links die KS Geschäftsleitung mit Stefan Hutter, Patrick Blättler, Andy Fehr und Hans Keel. (Bild: Bild: Andrea Plüss)

Die Kick-Off Veranstaltungen der KS Treuhand aus Altstätten sollen Kunden und Partner auf das neue Jahr einstimmen. Gestern sprach der Abenteurer und Fotograf Thomas Ulrich über Visionen, Ziele und den Umgang mit Unerwartetem.

ANDREA PLÜSS

WIDNAU. Ist es überhaupt möglich, Ereignisse vorauszusehen? Wer konnte die Ausmasse der Finanzkrise absehen, die wie ein «Tsunami» daher kam? Wohl nur sehr wenige hatten eine Ahnung von den Ereignissen, die die Wirtschafts- und Finanzwelt vor rund eineinhalb Jahren erschüttert haben, meinte Patrick Blättler in seiner Begrüssung.

«Immer wird es Unvorhergesehenes geben, mit dem wir uns auseinandersetzen müssen». Wie das gelingen kann, und was es heisst, Visionen und Ziele umzusetzen erläuterte Thomas Ulrich den rund 230 Gästen im Metropol-Saal.

Dass dazu auch die Bereitschaft gehört, ein Scheitern hinzunehmen und zu verarbeiten wurde bald deutlich.

Der international bekannte Outdoor-Fotograf und Filmemacher Ulrich ist auch ein Abenteurer. Nach verschiedenen erfolgreichen Expeditionen startete er 2006 allein seine Nordpolexpedition. Widrigste Wetterverhältnisse zwangen ihn seinerzeit schon kurz nach dem Start zur Aufgabe. Sein Ziel, von Sibirien aus über den Nordpol nach Kanada zu gelangen, hatte er nicht erreicht.

«Ich war kläglich gescheitert, mein Traum zerstoben, bevor er richtig begann», erläutere Ulrich seine Gefühle. Und das, obwohl er die Tour zwei Jahre lang geplant hatte. In unserer leistungsorientierten Welt könnten viele Menschen nicht mit dem Scheitern umgehen, so der Abenteurer. Durch dieses Scheitern könne er jedoch heute besser zu sich selbst stehen, obwohl ihn die Erlebnisse immer noch bewegten.

Ulrich präsentierte einmalige, faszinierende Aufnahmen und Filmausschnitte von seinen Expeditionen in die unwegsamen, menschenleeren Eislandschaften der Nordpolregion. Auf einem Bild sieht man ihn, mutterseelenallein in einer riesigen Eiswüste. Ein kleiner Punkt in der unendlichen Weite des Eises. Ein Jahr nach dem Scheitern, das ihn wie ein «Hammerschlag» getroffen hatte, kehrte Thomas Ulrich zurück an den Pol.

Mit seinem norwegischen Partner erreichte er nun das gesteckte Ziel: Vom Nordpol aus durchquerten die beiden Männer die nordsibirische Inselgruppe Franz Josef bis zur südlichsten Insel Kap Flora. 85 Tage lang hatten sie Schnee, Eismassen, heftigen Stürmen und etwa 40 Eisbären getrotzt.

Wunderschöne Tieraufnahmen in einmaliger Natur liessen die Ausführungen Ulrichs lebendig werden und zogen die Gäste in ihren Bann.

Geduld sei bei dieser rund 1400 Kilometer langen Tour eine wichtige Voraussetzung gewesen. Nach der Gefährlichkeit dieser Tour gefragt, meinte Ulrich, das ganze Leben sei lebensgefährlich. Für die Durchquerung der Inselgruppe wurden Ulrich und sein Partner vom amerikanischen National Geographic Adventure Magazine mit der Auszeichnung «Abenteurer des Jahres» gewürdigt. «Es gibt mehr Menschen, die kapitulieren, als solche, die scheitern» steht für Ulrich fest.





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