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Tagblatt Online, 04. September 2010 01:01:22

Vorlagen für sechs Millionen

Die Bürger entscheiden über den Kauf der Baulandreserve «Föhnpiste» in Altenrhein und die Sanierung des Schulhauses Bild in Thal. Vom Gemeinderat informieren liessen sich wenige.

Rudolf Käser

Thal. «Am 26. September stimmen wir immerhin über sechs Millionen Franken ab. Da wäre eigentlich grösseres Interesse angebracht», sagte Gemeindepräsident Robert Raths an der Orientierungsversammlung in Thal.

«Schulhaussanierung dringend»

Nur 21 Teilnehmer, darunter zahlreiche Behördenvertreter, verloren sich im «Ochsen»-Saal. Zur Sanierung des Schulhauses Bild erhielten sie Informationen von Schulpräsident Heinz Herzog.

Er legte dar, das 1897 erstellte und mehrmals sanierte Haus müsse «dringend wieder saniert und umgebaut werden». Für 2 Mio. Franken sind im wesentlichen Sanierung von Fassaden, genügend Feuerschutz im Dachgeschoss, neue sanitäre Anlagen, Ersatz der Heizung, Wärmedämmung und kompletter Ausbau des Dachgeschosses projektiert. Wenn die Bürger zustimmen, sollen die Arbeiten gleich beginnen – in der Hoffnung, bis Ende April 2011 fertig zu sein.

Während der Bauphase würden die Schüler im Schulhaus Feld und in einem Provisorium in Buechen unterrichtet. Die Kosten für das Provisorium seien in den 2 Mio. nicht enthalten, antwortete Herzog einem Bürger. «Wir haben es günstig von der Schulgemeinde Steinach erworben und rechnen damit, es nach dem Umbau der Schulhäuser Bild und Buechen wieder verkaufen zu können.»

Für massvolle Entwicklung

Den Antrag zum Kauf des Grundstücks Nr. 592 an der Dorfstrasse in Altenrhein (ehemalige «Föhnpiste») begründete Gemeindepräsident Robert Raths. An die 4 323 550 Franken für 15 722 Quadratmeter steuere die Ortsgemeinde Altenrhein Fr. 323 550 bei. Als Gründe für einen Kauf durch die Gemeinde nannte er neben andern: Gemeinderat und Ortsgemeinde Altenrhein achteten darauf, dass das Dorf massvoll und kontinuierlich wachse.

Kaufinteressenten hätten der Verkäuferin – der SAirGroup in Nachlassliquidation (einst kaufte die Swissair dieses Land am Flugplatz) – Angebote unterbreitet, die auf 80 Wohnungen in Mehrfamilienhäusern oder 50 Mietwohnungen und 10 Einfamilienhäuser zielten. Bei solchem Zuzug von etwa 200 Einwohnern würden erhebliche neue Anforderungen an die Infrastruktur entstehen.

Der Gemeinderat strebt eine verkraftbare Entwicklung an. Und die Verkäuferin bevorzugt das Angebot der Gemeinde Thal. Der Wert des Grundstücks würde bei einem Ja der Stimmbürger im Finanzvermögen aktiviert und nicht abgeschrieben. Die Belastung mit jährlich etwa 80 000 Franken Zins beurteilt der Gemeinderat als verkraftbar.

Unter den wenigen Anwesenden war nur Zustimmung zu hören – auch vom Landwirt, der das Wiesland bewirtschaftet.

Wo blieben die Kandidaten?

Waren die beiden Vorlagen im wesentlichen unbestritten, ging teilweise harsche Kritik an die Adresse der beiden Kandidaten für die Nachfolge des zurücktretenden Gemeinderates Walter Würzer (Staad), weil sie an diesem Orientierungsabend durch Abwesenheit glänzten. Zudem wurde besonders von Bewohnern des Gemeindeteils Staad die Forderung laut, «dringend wieder einen geeigneten und interessierten Gemeinderat aus Staad zu wählen».





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