Tagblatt Online, 28. August 2008 01:05:34
Sekte im Hintergrund?
Anni Sasek, die Vizepräsident der Anti-Genozid-Partei mit Sitz in Rebstein, ist die Frau von Ivo Sasek. Dieser hat die Organische Christus-Generation (OCG) gegründet und führt in Walzenhausen das Panorama-Zentrum. Dort betreibt er unter anderem Sozialarbeit. Der gelernte Automechaniker hält aber auch Vorträge in Gemeinden und wirbt für seine eigene Auffassung des Christentums. Hugo Stamm, Sektenexperte und «Tages-Anzeiger»-Redaktor, bezeichnet die OCG als christlich-fundamentalistische Gemeinschaft mit sektenhaftem Verhalten. «Die saseksche Theologie zeichnet sich durch eine betonte Radikalität aus», ist auch auf der Homepage www.relinfo.ch zu lesen. Die evangelisch-reformierte Landeskirche des Kantons Zürich und andere Kantonalkirchen der Deutschschweizerischen Kirchenkonferenz unterstützen das Internet-Portal. Sektenführer Sasek fordert, zu unterlassen, was die Beziehung zu Gott stören könnte – zum Beispiel Hobbies. Auch rief er schon dazu auf, Kinder zu schlagen. Auf Tonträgern mit dem Titel «Die christliche Familie» mahnt er: «Wer seine Rute schont, hasst seinen Sohn. Aber wer ihn lieb hat, züchtigt ihn beizeiten.»
Anni Sasek betont, dass die Anti-Genozid-Partei nicht in Zusammenhang mit der OCG stehe. Sektenexperte Hugo Stamm relativiert diese Aussage: «Führungskräfte von Ivo Sasek würden nie einer Partei beitreten, die nicht von ihresgleichen geleitet wird.» Die Anti-Genozid-Partei wehre sich gegen etwas, das keinen realen Bezug habe und noch nicht einmal öffentlich diskutiert werde – gemäss Stamm ein Anzeichen für das sektiererische Verhalten. «Oft benehmen sich solche Gruppierungen weltfremd und leiden unter Verfolgungsängsten», so Stamm. (dbu)
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