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Tagblatt Online, 04. September 2010 01:01:22

Rege Diskussion zur Umzonung

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Der Infoanlass der Ortsparteien stiess auf grosses Interesse. (Bild: Bild: Andrea Plüss)

WIDNAU. Die Ortsparteien von CVP, FDP und SVP hatten am Donnerstag zu einer Infoveranstaltung zum Teilzonenplan Widen eingeladen. An dem kurzfristig geplanten Anlass nahmen etwa 120 Interessierte teil.

ANDREA PLÜSS

Der Teilzonenplan Widen steht am 26. September zur Abstimmung. Die Gemeinde Widnau beantragt eine Umzonung des rund 26 000 m² grossen Areals von der Gewerbe-Industriezone GIa in die Wohnzone 3 (W3). Die Mitglieder des Referendumskomitees «proWidnau» setzen sich für andere Lösungsansätze ein.

Am Infoanlass referierte Marco Köppel (GR, FDP) über die Entwicklung des Projekts seit 2004.

Für die Gemeinde sei bereits damals klar gewesen, dass eine Monokultur – nur mit Einfamilienhäusern – für ein Areal dieser Grössenordnung nicht in Frage komme, so Köppel. Eine Mischbebauung biete einerseits mehr Wohnmöglichkeiten und optimiere das Steuersubstrat. Marlen Hasler (GR, Mitglied der Baukommission, CVP) erläuterte anschliessend den Überbauungsplan, wie er sich nach verschiedenen Anpassungen aufgrund von Einsprachen darstellt.

480 Fahrten pro Tag

Der Überbauungsplan lag bereits aus, ist aber nicht rechtskräftig, da noch zwei Einsprachen hängig sind. Hasler stellte die Bebauungsvorgaben für die Areale A, B und C vor. Die prognostizierte Verkehrsentwickung in dem Gebiet liege bei etwa 480 Fahrten pro Tag, ausgehend von 120 Wohneinheiten, was keine nennenswerte Mehrbelastung zum jetzigen Zustand bedeute. «Die Gemeinde muss haushälterisch mit dem Boden umgehen», schloss die Gemeinderätin ihre Ausführungen.

Während der sich anschliessenden Diskussion unter Leitung von Patrick Dürr erklärte Michaela Kunz, die «Kernfrage» sei, wie die geplanten Blöcke aussehen werden. Sie beklagte fehlende Modelle. Besonders bei der Behandlung der Einsprachen habe man immer mit Modellen gearbeitet, entgegnete Jonny Hutter, Geschäftsleiter der Casainvest Rheintal AG.

Marco Wiederkehr gab zu bedenken, ob Widnau überhaupt in dem Masse wachsen müsse, wie die 120 Wohneinheiten es ermöglichten. – Die innere Verdichtung durch die geplante Überbauung Widen sei ein strategisch langfristig ausgerichtetes Planungsvorhaben der Gemeinde, um deren Wachstum sicherzustellen – und zwar ohne grüne Wiesen umzuzonen, entgegnete Marlen Hasler. Zudem seien nicht nur Einfamilienhäuser, sondern zunehmend auch Wohnungen gefragt.

Markt steuert Wachstum

Wie schnell Widnau denn wachsen wolle, fragte Thomas Köppel, worauf Marco Köppel erklärte, das Wachstum werde vom Markt gesteuert und es gebe keine Strategie für ein schnelles Wachstum. Auf die Frage, wem er sich mehr verpflichtet fühle, seinen Aktionären oder den Anwohnern, meinte Jonny Hutter, dass es ihm um Gewinnoptimierung, nicht -maximierung gehe. Die Immobilienbranche habe in den letzten Jahren da sicher auch Fehler gemacht.

Weitere Fragen richteten sich auf eine Revitalisierung des Binnenkanals – durch Hochwasserschutzauflagen schwierig – , die Sicherstellung funktionierender Kanalisation und darauf, was denn passiere, wenn die Umzonung abgelehnt würde. Selbst bei einem Nein werde weiter an einer Wohnidee gearbeitet, erklärte der Casainvest-Geschäftsführer. Zwischenzeitlich müsse das Areal aber genutzt werden, um Einnahmen zu erzielen.

Bei einem erneuten Scheitern bliebe dann nur der Verkauf: «Dann müssen wir andere das machen lassen, denn dann weiss ich auch nicht mehr weiter», so Hutter. Komplimente für die «gute Lösung» bekamen Gemeinderäte und der Investor von verschiedenen Seiten. Bernhard Eckart aus der Birkenstrasse stellte sogar in Aussicht, in einen neuen Mehrfamilienhausblock ziehen zu wollen.





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