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Tagblatt Online, 09. Februar 2012 09:22:00

Mit tieferen Preisen leben lernen

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Walter Freund als Präsident der Landwirtschaftlichen Vereinigung Rheintal dankt den zurückgetretenen Hanspeter Segmüller und Bruno Fritsche (von rechts) für ihren Einsatz. (Bild: Gert Bruderer)

KRIESSERN. Wiesenmilch, die Täuschung von Verbrauchern, fruchtbare Böden: Das waren Themen an der Hauptversammlung der Landwirtschaftlichen Vereinigung Rheintal. Und es gab Lob für die Rhema-Sonderausstellung.

GERT BRUDERER

Das Kompliment für das bäuerliche Engagement an der Rheintalmesse lautete kurz und bündig: «Chapeau!» Der Altstätter Markus Ritter, Präsident des St. Galler Bauernverbandes, sprach es aus. Und Walter Freund, der die Rheintaler Vereinigung präsidiert, weckte an der HV in Kriessern gute Erinnerungen mit schönen Bildern.

Zwei neue Kräfte

Nicht nur der Kantonalverband ist «gut aufgestellt» (Ritter), auch die Rheintaler Sektion wirtschaftet gut, hat nun ein Vermögen von gut 20 000 Franken und kann die Arbeit mit zwei neuen Kräften fortsetzen: Für das zurückgetretene Vorstandsmitglied Bruno Fritsche wurde Reto Segmüller aus Marbach gewählt, als Nachfolger von Revisor Hanspeter Segmüller wirkt der Altstätter Ernst Leibundgut.

2011 war «gutes Jahr»

Freude herrscht bei den Landwirten auch über das letzte Jahr. Hohe Erträge hatten zwar den Nachteil, dass die Preise fielen, trotzdem sprach der Präsident von einem «guten Jahr». Der Juli war zu nass, der Herbst dafür «wie aus dem Bilderbuch». Die gegenwärtig grosse Kälte nimmt man mit Humor. Und wenn dem einen oder andern Bauern eine Leitung zufriert, sagt er sich: Was ist das schon, verglichen mit den wirklichen Problemen, die die Landwirtschaft beschäftigen. Zum Beispiel die Milch. Ein leidiges Thema sei sie geworden, meinte Walter Freund in seinem Jahresbericht. Der Bauer müsse mit den gesunkenen Preisen leben lernen, aber auch mit Neuerungen. Beispiel Wiesenmilch: Der Markt werde entscheiden, ob dieses Produkt (weniger Kraftfutter, wenig oder – ab 2015 – kein Soja) sich durchsetze.

Konsumenten nicht täuschen

Mit Blick auf die EU kritisierte Freund, dass der Verbraucher häufig getäuscht werde. Das müsse aufhören. Oder positiv formuliert: «Was draufsteht, muss auch drin sein.» Zum Beispiel sei nicht akzeptabel, dass eingeführte Ware teilweise als «Schweizer Produkte» verkauft würden. Ein anderes Thema, das die Rheintaler Bauern beschäftigt, ist die Übersandung der Halbmoor- und Moorböden im Tal. Immerhin sei man auf gutem Weg, sie wieder fruchtbar zu machen, sagte Freund. Über den Kampf der Bauern gegen eine Extensivierung des Rheinvorlandes sowie die nach der Hauptversammlung durchgeführte Podiumsdiskussion wurde bereits in der Zeitung von gestern berichtet.





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