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Tagblatt Online, 06. September 2010 01:04:52

Giovanni Bartolos Wiedergeburt

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Steinmetz Jean-Luc Braun (rechts aussen) führte die interessierten Besucher in Gruppen in den Steinbruch hinauf und erläuterte den Abbau. (Bild: Bilder: Max Pflüger)

ST.MARGRETHEN. Das St. Margrether Steinbruchfest soll zu einer Tradition werden. Der fiktive Steinmetz Giovanni Bartolo wurde dazu von der FDP-Ortspartei St. Margrethen wieder zum Leben erweckt. Sein Steinbruchfest wurde in der Erstauflage zu einem grossen Erfolg.

Max Pflüger

St. Margrethen ist für seinen schönen und gut zu bearbeitenden Sandstein bekannt. Er fand unter anderem Verwendung beim Bau der Hauptpost St. Gallen und beim Bau des Bundeshauses in Bern. Ein Steinbruchfest war für die organisierende FDP daher eine logische Folge, wie der Präsident der FDP-Ortspartei Ralph Brühwiler in seiner Begrüssung am Samstagmittag sagte.

Positives aus St. Margrethen

Das Steinbruchfest soll jedoch keine Parteipropaganda sein, meinte er. Und fügte hinzu: «Sie sehen daher nirgendwo eine Partei-Werbebande und keine Parteilogos.» Ziel sei es vielmehr, St. Margrethen wieder einmal positiv in die Schlagzeilen zu bringen. «Denn was über unser Dorf berichtet wurde, war in der letzten Zeit meistens negativ und das hat St. Margrethen nun wirklich nicht verdient.»

Giovanni Bartolo

Im Laufe der Vorarbeiten für das Fest ist man auf zahlreiche Dokumente aus über 100 Firmenjahren Gautschi AG Sandstein gestossen. Diese Erkenntnisse hat das OK in der frei erfundenen Figur des Giovanni Bartolo zusammengefasst. Und am Samstag zog sich das Leben des italienischen Steinmetz in St. Margrethen als roter Faden durch das Fest:

Man konnte essen wie Giovanni Bartolo. Der St. Galler Starkoch Köbi Nett hatte eine besonders feine Polenta zubereitet. «So fein, wie sie der Arbeiter Giovanni wohl kaum gegessen hat, mit ein bisschen wertvollem Trüffelöl verfeinert und aromatisiert», wie Nett verriet. Man konnte Papierhüte basteln, Hütchen, wie sie auch die Arbeiter in einem alten Firmenfilm trugen.

Mit Hammer und Meissel

Und man konnte wie Giovanni Bartolo Boccia spielen. Die Reste der alten Bocciabahn konnte man noch im Gestrüpp hinter den Firmengebäuden finden. Und die über hundert Jahre alten Bocciakugeln fand man im Büro der Steinmetze vor.

Unter kundiger Anleitung durften junge und ältere Möchte-gern-Steinmetze einmal selbst den Steinmetzhammer und den Meissel zur Hand nehmen. So entstanden am Samstag zwei oder drei Vogelbäder, die wohl demnächst St. Margrether Gärten schmücken werden.

Zum Steinbruch hinauf

Nach dem Mittagessen zogen die Besucher unter Führung des Steinmetzmeisters der Firma, Jean-Luc Braun, hinauf in den Steinbruch, wo die grossen Sandsteinquader abgebaut werden. Sie wurden vor Jahrmillionen hier als Schwemmsand abgelagert und mit Kalk zu Stein zusammengepappt. Jean-Luc Braun verstand es, interessant und leicht fassbar die geologischen Vorgänge zu erklären und die speziellen Eigenschaften des St. Margrether Sandsteins darzustellen.

Das Steinbruchfest war damit neben aller Gemütlichkeit und Geselligkeit auch auf unterhaltsame Weise lehrreich.





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