Tagblatt Online, 13. August 2010 01:01:58
Ein neuer Ansatz: die Epigenetik
Die Wissenschaft der Genetik lehrte bis vor kurzer Zeit, dass nur genetisch bedingte Eigenarten vererbt werden können, nicht aber im Laufe des Lebens erworbene Fähigkeiten oder negative Eigenarten.
Gewohnheiten weitergeben
Diese Lehre wird nun erweitert durch die Forschungsergebnisse der sogenannten Epigenetik. Es zeigt sich dabei, dass Dinge, die sich als Gewohnheit im Leben eines Menschen einschleichen, ohne weiteres auch in späteren Generationen wieder zum Vorschein kommen können.
So kann es geschehen, dass die Kinder eines Trinkers keine Trinker-Kinder gebären, weil sie ja abgeschreckt wurden durch die üble Gewohnheit ihres Vaters. Aber in einer nächsten Generation werden nun plötzlich Trinker-Kinder geboren, die ihren Defekt in den Genen zeigen.
Ein- und ausschalten
Wie ist dies möglich? Die frühere Lehrmeinung war: ist ein Gen verändert, wird sich diese Veränderung in der nächsten Erbfolge auch zeigen.
Die neuere Forschung zeigt nun: es ist durchaus auch möglich, Gene ein- und auszuschalten. Dies kann geschehen durch äussere materielle Reize wie Chemikalien, es kann aber auch durch Reize aus dem emotionalen Bereich passieren, oder durch andere starke Stimuli.
Das Genom beeinflussen
So gesehen, ist Geist heilen plötzlich nicht mehr nur ein Phantasiegebilde einiger überreizter Hirne, sondern z. B. eine wissenschaftlich nachweisbare Beeinflussung unseres Genoms.
Dies ruft uns unwillkürlich das Bibelzitat in Erinnerung, dass sich die Sünden der Väter auswirken bis ins dritte und vierte Glied. Allerdings mit der sehr wichtigen Ergänzung, dass sich auch positive Eigenarten in den nächsten Generationen ebenso wieder zeigen können.
Wie die Eltern
Eine Studie aus Holland belegt, dass an sich gesunde Kinder von Menschen, die durch eine Hungersnot krank wurden, gleiche Krankheitsbilder entwickelten wie ihre Eltern, obwohl die äusseren Bedingungen nun ja wieder in Ordnung sind.
Trotz Defekt normal
Professor Bruce Lipton zeigt uns den Fall von Labormäusen mit einem genetischen Defekt. Durch den Defekt wurden die Mäuse überdimensional gross und ihr Fell verfärbte sich gelblich. Mit einer Kombination von Vitaminen liess sich aber dieses defekte Gen abschalten, so dass die mit diesen Vitaminen behandelten Mäuse trotz Gendefekt wieder normal waren.
Interessantes Buch
Weitere erstaunliche Informationen können gewonnen werden aus dem Buch von Professor Bruce Lipton: «Intelligente Zellen», das sich wie ein Kriminalroman liest.
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