Tagblatt Online, 19. Mai 2012 11:14:00
Edelpuff kann gebaut werden
Bereits in vier Wochen soll mit dem Umbau der Wefatex-Hallen am Feldweg begonnen werden. Auswärtige Betreiber werden dort einen «Wellness- und Saunabetrieb sowie Restaurationsbetrieb mit generell verlängerten Öffnungszeiten» einrichten. (Bild: Archiv/sc)
AU. Der Auer Andreas Thomaschek kann in seiner Wafatex-Fabrikhalle einen Sauna- und Wellness-Club samt Gastronomie einbauen. Der Kanton ist auf die Einsprachen der Anwohner nicht eingegangen und hat den Bau bewilligt.
SUSI MIARA
Der Widerstand der Anwohner am Auer Feldweg war gross, als sie im Oktober 2010 erfuhren, dass Andreas Thomaschek in der Halle der Wefatex GmbH einen Sauna- und Wellness-Betrieb samt Restaurant einbauen und ihn langfristig an interessierte Betreiber vermieten will. Acht Anwohner erhoben daraufhin Einsprache. Der Gemeinderat Au schützte die Einsprachen und lehnte das Baugesuch ab. Der Rat entschied ganz im Sinn der Anwohner, diese befürchteten mehr Verkehr und Lärm vor allem in den Nachtstunden, aber auch «ideelle Immissionen», die ein Rotlicht-Betrieb ins Zinggen-Quartier bringen könnte.
Kanton sagt Ja
Alt Gemeindepräsident Walter Giger attestierte damals dem Gemeinderat, mit der umfassenden juristischen Begründung der Ablehnung sehr gute und ganze Arbeit geleistet zu haben. Er war überzeugt, dass bei einem möglichen Weiterzug auch der Kanton zu einem ablehnenden Entscheid finden könnte. Zwar sei das Projekt in einer Gewerbezone geplant, die aber dort unmittelbar an die Wohnzone angrenzt. Weitere juristische Knackpunkte könnten auch der geplante Gastrobetrieb und die beantragten generell verlängerten Öffnungszeiten sein.
Einen anderslautenden Entscheid erhielten die Einsprechenden vom Kanton. Er entschied, dass der Bau bewilligt werden muss. Das geplante Projekt sei zonenkonform und rechtlich in Ordnung. Bewilligt hat der Kanton nicht nur den Bau des Sauna- und Wellnessclubs, sondern auch die verlängerten Öffnungszeiten.
Öffnungszeiten beurteilen
Gemeindepräsident Walter Grob ist überrascht, dass die Einsprecher den Entscheid nicht mehr ans Verwaltungsgericht weitergezogen haben. «Die Gemeinde Au hat als Vorinstanz den Einsprechern recht gegeben und die Baubewilligung verweigert», sagt Grob auf Anfrage. Gegen den anderslautenden Entscheid der kantonalen Instanz habe die Gemeinde als Vorinstanz jedoch keine Rechtsmittel mehr. Hingegen hätten die Einsprecher den Entscheid noch ans Verwaltungsgericht weiterziehen können. «Das haben sie aber nicht gemacht», sagt Grob. Für die Gemeinde sei jetzt nur noch die Frage der Öffnungszeiten zu beurteilen.
Zähneknirschend akzeptieren
Toni Cristuzzi von der Heerbrugger Cristuzzi Immobilien-Treuhand AG, der im Mandat die Verwaltung des Wohnbauprojekts Zinggen betreut, ist über den Entscheid enttäuscht. «Mein Mandant hat sich zähneknirschend entschlossen, den Entscheid zu akzeptieren», sagt er auf Anfrage. Auch Walter Giger sieht keine Chance, den Entscheid ans Verwaltungsgericht weiterzuziehen. Schade findet er, dass beim Entscheid des Kantons sowohl über die Baubewilligung als auch über die verlängerten Öffnungszeiten entschieden wurde. Mit zwei separaten Einsprachen hätte man vielleicht noch eine Chance, gegen die verlängerten Öffnungszeiten rechtlich vorzugehen.
«Betreffend der Öffnungszeiten will der Betreiber des Sauna- und Wellnessclubs gemeinsam mit der Gemeinde eine vernünftige Lösung finden», verspricht Andreas Thomaschek. Nach Erhalt der Baubewilligung will er so schnell wie Möglich mit dem Umbau beginnen. Er rechnet mit einer Umbauzeit von drei bis vier Monaten. «Der Club soll auf jeden Fall noch dieses Jahr eröffnet werden.»
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