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Tagblatt Online, 04. September 2010 01:01:20

Das Rheintal wird angeschlossen

«Wird die St. Galler S-Bahn ausgebaut, bekommt das Rheintal endlich einen öffentlichen Verkehr, der diesen Namen auch verdient», sagte Thomas Ammann am Rheintal-Dialog «Verkehr» des Vereins St. Galler Rheintal am Donnerstag.

Max Tinner

Oberriet. Sagt das St. Galler Stimmvolk am 26. September Ja zur S-Bahn-Vorlage, wird der öffentliche Verkehr ausgebaut. Das Rheintal profitiert besonders. Dies wurde am Donnerstag am Rheintal-Dialog «Verkehr» des Vereins St. Galler Rheintal im Oberrieter Werkhofsaal deutlich gemacht. «Wir bekommen mehr, schnelleren, direkteren und bequemeren öffentlichen Verkehr», sagte Thomas Ammann, Präsident der Fachgruppe Verkehr des Vereins St. Galler Rheintal, «und damit einen öffentlichen Verkehr, der diesen Namen auch verdient.»

Stufenlos ein- und aussteigen

Im Rheintal ist vorgesehen, die Bahnhöfe Au, Rebstein-Marbach, Oberriet und Rüthi auszubauen, zählte Stefan Thalmann von den SBB auf. Für den Fahrgast wird sich dies mit neuen Perrons bemerkbar machen, die ein behindertengerechtes stufenloses Ein- und Aussteigen ermöglichen.

Die Investitionen in die Bahnhöfe ermöglichen aber auch, die Fahrzeit des Rheintal-Express zwischen St. Gallen und Sargans von heute 68 auf noch 59 Minuten zu verkürzen.

Damit werden schlankere Anschlüsse nach Zürich und ins Bündnerland möglich. Die S-Bahn fährt künftig zwischen St. Gallen und Altstätten im 30-Minuten-Takt. Eine der beiden Linien wird neu über Altstätten hinaus bis nach Sargans fahren: das obere Rheintal wird damit mit einer stündlich fahrenden S-Bahn erschlossen.

«Und damit wird die St. Galler S-Bahn endlich auch symmetrisch im nationalen Takt ticken», meinte Regierungsrat Josef Keller. Das Rheintal wird an die Schweiz angeschlossen.

Ausserdem, so der Volkswirtschaftsdirektor, werde das im Rheintal verkehrende veraltete Rollmaterial mit neuesten Doppelstockzügen ersetzt – gebaut in den Stadler-Werken in Altenrhein.

Der Bus fährt auch künftig

Die Dörfer, die heute über den Rex-Bus erschlossen sind, müssten nicht um ihren Anschluss an den öffentlichen Verkehr fürchten, beruhigte Thomas Ammann: «Der Bus bleibt, und das Konzept wird noch verfeinert.»

«Wir bekommen etwas fürs Geld»

Gratis ist das freilich nicht zu haben. Die Investitionen der nächsten zwei Jahre in das Bahnnetz im Kanton St. Gallen kostet 200 Mio. Franken. Der Anteil des Kantons beträgt 50 Mio. Franken. Ausserdem muss er 30 Mio. Franken des Bundesanteils vorfinanzieren. «Der Bund ist schlicht nicht in der Lage, diese Mittel zeitgerecht zu Verfügung zu stellen», erklärte Josef Keller. Um diese 80 Mio. Franken geht es in der Abstimmung vom 26. September.

«Aber wir bekommen auch etwas für unser Geld», meinte Nationalrat Roland Rino Büchel. Er sei sonst nicht einer, der die Regierung lobe, meinte er, aber hier habe sie wirklich gut gearbeitet.

Weitere Referenten waren Karl Schmid und Karl Hartleitner von den Österreichischen Bundesbahnen ÖBB. Sie zeigten anhand von Computeranimationen, wie nächstens die Eisenbahnbrücken zwischen Lustenau und St. Margrethen über Rhein, Binnenkanal und Autobahn ersetzt werden. Im Fall der Rheinbrücke verbessert dies die Hochwassersicherheit. Zusammen mit weiteren Investitionen auf der Strecke nach Bregenz kann aber auch die Fahrtzeit um drei Minuten verkürzt werden. Damit wäre ein 30-Minuten-Takt zwischen St. Gallen und Bregenz möglich.





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