Tagblatt Online, 09. September 2010 01:02:42
20 Minuten für den Grundstück-Kauf
Legende mag (Bild: Bild:)
RHEINECK. Nur etwa 30 Interessierte liessen sich gestern Abend im Rheinecker «Hecht»-Saal von Gemeindepräsident Hans Pfäffli über die Abstimmungsvorlage «Grundstückkauf in der Stapfenwies» informieren. Opposition gab's keine.
René Schneider
In Widnau gehen die Wogen hoch, in Rheineck kräuselt sich nicht mal das Wasser auf dem Binnenkanal. Dabei sind die Vorlagen, über die am 26. September abgestimmt wird, sehr ähnlich und die Behörden argumentieren ähnlich: Es soll Wohnraum geschaffen werden für Zuzüger, vornehmlich Familien. Sie sollen ein «massvolles Bevölkerungswachstum» ermöglichen, was nötig ist, um die demographische Entwicklung (Überalterung) materiell und sozial auszugleichen.
Hans Pfäffli sagte es gestern so: Rheinecks Bevölkerungszahl stagniert seit 20 Jahren und wird in der Tendenz immer älter. Zuzüger und junge Familien sind wichtig nicht nur als Steuern Zahlende, sondern auch für das Schulwesen und das Dorfleben schlechthin. Auf dem in Rheineck raren überbaubaren Land sollen ab nächstem Jahr in der Stapfenwies ein paar Mehrfamilienhäuser sowie 10 bis 15 Einfamilienhäuser gebaut werden. Die Parzelle an der Rorschacherstrasse (s.
Plan) zwischen Fussballplatz und bestehender Überbauung mit Mehrfamilienhäusern ist verkauft und soll bald mit weiteren Mehrfamilienhäusern bebaut werden. Auf der schraffierten Fläche – sie ist Gegenstand der Abstimmungsvorlage – will die Gemeinde Bauland schaffen für Einfamilienhäuser. Das Land gehört der Ortsgemeinde.
Die Politische Gemeinde will es ihr für rund eine Million Franken (7200 Quadratmeter zu 150 Franken) abkaufen, erschliessen und Bauwilligen für dann etwa 320 Franken weiter verkaufen. Die Stadtkasse werde nicht belastet, weil es nur um eine Vorfinanzierung gehe, legte Pfäffli dar. Das Geschäft mit der Ortsgemeinde sieht vor, dass die Politische Gemeinde dieser anderswo 1,7 Hektaren Landwirtschaftsland zu sechs Franken pro Quadratmeter verkauft.
Eine einzige Detailfrage konnte Pfäffli mit einem Satz beantworten, und nach 20 Minuten schloss er die Versammlung und leerte sich der Saal.
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unbekannt (09. September 2010, 07:51)
Sind Parzellen für EFH das richtige für junge...
Welche junge Familie kann 600'000.- in die Hand nehmen und sich ein EFH bauen lassen? Entweder wird der Boden von jungen Leuten gekauft, die keine Kinder, dafür das nötige Kleingeld haben, oder von älteren Personen die das Problem mit der Überalterung nur noch verschärfen. Junge Familien lockt man mit günstigen Mieten, tiefen Steuern, guten Schulen und sicheren Strassen. Ausserdem stehen in Rheineck diverse Häuser zum Verkauf, Mietwohnungen wären ebenfalls noch frei (Quelle: www.rheineck.ch). Die Vorlage löst also das Problem nicht und ist unnötig.
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