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Tagblatt Online, 25. August 2009 01:02:39

«Kein Krieg wird wegen der Religion geführt»

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Diskutierten engagiert (von links): Dr. Hisham Maizar, Präsident der Föderation islamischer Dachorganisationen Schweiz, Norbert Näf, Gemeindepräsident Heiden, Dr. Claudius Luterbacher, Theologe, Sozialethiker und Kirchenrechtler, St. Gallen, Dr. Andreas Ennulat, Theologe, Pfarrer, Wolfhalden. (Bild: Bild: mg)

An der HV des Vereins Dunant-Jahr 2010 konnten die Anwesenden Eindrücke aus dem letzten Vereinsjahr miterleben. Bei der anschliessenden Diskussion mit Vertretern der drei grössten Religionsgemeinschaften in der Schweiz wurden Unterschiede und Gemeinsamkeiten augenfällig.

Heiden. Die Höhepunkte des Vereins Dunant-Jahr 2010 waren der Auftritt an der Häädler-Messe, die Ehrenbürgerfeier der Gemeinde für Jakob Kellenberger, die Eröffnung der Sonderausstellung «Von Solferino zum Roten Kreuz» im Henry-Dunant-Museum, welche weiterhin andauert, und natürlich die Bundesratsreise nach Heiden im Juli. «Rote Kreuze malen» ist in Heiden zu einem Kult geworden.

Ebenso wurde über den Stand der Projekte informiert, die nach sehr intensiver Vorbereitungszeit konkrete Gestalt annehmen.

Frieden und Humanität

Ist Frieden mehr als nur die Abwesenheit von Krieg? Kann die Religionsfreiheit durch die Rechtsstaatlichkeit eingeschränkt werden? Wie kann der Religionsfrieden in der Schweiz durch die Glaubensgemeinschaften unterstützt werden? Mit diesen und weiteren fragen beschäftigte sich die Diskussionsrunde mit Dr. Hisham Maizar, Dr.

Claudius Luterbacher, und Dr. Andreas Ennulat unter der Leitung von Gemeindepräsident Norbert Näf.

Dürfen Kirchen Gesetze brechen?

Die Meinungs- und Glaubensfreiheit ist ein kostbares Gut; dennoch gelten rechtsstaatliche Prinzipien, gegen die Religionsgemeinschaften nicht verstossen dürfen.

Darüber waren sich die Podiumsteilnehmer einig.

Doch dürfen sich Kirchen über ein Gesetz hinwegsetzen, wenn sie sich auf die Menschenwürde und nicht auf den Glauben berufen?

Der Religionsfrieden musste auch in der Schweiz hart erkämpft werden, wie die Geschichte der heutigen katholischen und ökumenischen Schwesterkirchen zeigen. Die gleichen Herausforderungen stehen in Zukunft an, damit alle Glaubensgemeinschaften friedlich zusammenleben können.

Dies gelingt nur, indem man sich gegenseitig mit Toleranz begegnet und das Verbindende in den Vordergrund stellt. Es bedingt aber auch, dass man sich in der eigenen Religionsgemeinschaft gegenüber fundamentalistischen Zügen distanziert und die Friedensbotschaften von der Basis nach oben gelebt werden.

Religion als Vorwand

Wie die anschliessenden Fragen aus dem Publikum zeigten, ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit der, oft zwiespältigen, historischen Vergangenheit und dem heutigen humanitären Engagement der Kirchen nötig.

Auch wenn es oft den Anschein macht, dass Konflikte auf unterschiedlichen Glaubens-Anschauungen beruhen, so ist dies nur eine oberflächliche Betrachtung. Religionen lassen sich durch ihre Emotionalität sehr gut als Vorwand instrumentalisieren. (pd)





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