Tagblatt Online, 20. Juni 2012 01:04:13
Samuels Luxus-Hühnerhaus
Samuel Lutz im Bohl, Lüchingen, bei seiner «Hühner-Villa» und mit einer der ersten Bewohnerinnen. (Bild: René Schneider)
In einer Projektarbeit an der Oberstufe Altstätten baute der Sekundarschüler Samuel Lutz aus Lüchingen eine «Hühner-Villa». Gestern sind die vier Hennen und der Hahn eingezogen.
RENé SCHNEIDER
LÜCHINGEN. «Die Ordnung haben sie noch nicht im Griff», bemerkt Samuel Lutz bei der Präsentation seiner «Hühner-Villa». Die vier Junghennen und ihr Junghahn kacken noch auf die Einstreu am Boden, statt auf das saubere Kotbrett unter den nagelneuen Sitzstangen. Sobald die Tiere grösser sind, werden sie es benutzen und mehr Ordnung halten im Stall, weiss der Erbauer. Legen werden die Hühner dann in Luxus-Legenestern, deren Klappen sich mechanisch schliessen, wenn das Nest besetzt ist.
Zu Samuels Projekt gehörten auch die Auseinandersetzung mit Hühnerhaltung, Tierschutz- und Bauvorschriften, Material, Finanzierung, Konstruktion, eine Menge Organisation, eine umfangreiche Dokumentation und letztlich eine Zwölf-Minuten-Präsentation vor der Klasse.
Der Altstätter Oberstufenschüler wird im Herbst in Appenzell eine Schreinerlehre beginnen. Seine Mutter Doris Lutz ist Schreinerin. Sie habe ihn aber fachlich «machen lassen», betont sie. Geholfen hat hingegen Grossonkel Willi Eugster, Hinterforst, mit Holz, Werkstatt, Tür, Fenstern und Maschinen; «Prefa» im Rheintal spendete auf Samuels Anfrage das Aluminiumdach. Den Montagekurs dafür anerbot Spengler Ruedi Müggler. Die Schreinerei Manser in Balgach überliess Samuel Platten, Grossmutter Cilli Baumgartner das Blumenkistli samt Geranien und zusammen mit Grossvater Ruedi Baumgartner den Auslauf für die Hühner. Den Zaun wird Samuel in den nächsten Tagen aufstellen.
Die Hühner und den Hahn hat er dank einer Projektarbeit seiner Schwester Patricia übernehmen können: Sie hat im Schulzimmer geholfen, die Eier auszubrüten. Die Haltung, Pflege und Fütterung des kleinen Hühner-Volkes ist aber seine Sache nicht: «Ich baute den Stall, aber die Hühner gehören der Mutter», grinst er.
Obwohl er viel Material geschenkt bekommen und 154 (dokumentierte) Stunden gearbeitet hat und die Masse auf Tür, Dachziegel und Fenster abstimmte, kostete das Hühnerhaus letztlich doch 800 Franken. Dass es ein Mehrfaches Wert ist, weiss er. Er könnte zur Amortisation Eier verkaufen, hat Samuel errechnet. «Es würde drei bis vier Jahre dauern, bis die Auslagen bezahlt wären – sofern ich kein Ei selber esse.»
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