Tagblatt Online, 28. August 2010 01:03:12
Protest gegen die Führung des FCSG
Spontane Aktion: Rund 200 Fussballfans machten am Donnerstagabend ihrem Ärger Luft. (Bild: Bild: Urs-Peter Zwingli)
Rund 200 Anhänger des FC St. Gallen haben am Donnerstagabend einen Protestmarsch durch die St.Galler Innenstadt veranstaltet. Sie forderten lautstark einen Führungswechsel. Die Aktion war laut Stadtpolizei nicht bewilligt.
URS-PETER ZWINGLI
ST. GALLEN. Die Anhänger des FC St. Gallen besammelten sich gegen 20 Uhr am Bohl. Als sich der Zug in Bewegung setzte, wurde ein grünes Transparent entrollt, auf dem «Mit Sigrist, Fröhlich und Mistura – ohne uns» geschrieben stand. Die Gruppe marschierte über den Marktplatz Richtung Bahnhof.
Kurzzeitig Strassen gesperrt
Auf der Bahnhofstrasse zündeten die Fans mehrere Leuchtfackeln und Rauchtöpfe. Die Stadtpolizei, die mit mehreren Fahrzeugen vor Ort war, musste kurzzeitig Strassen absperren.
Laut Benjamin Lütolf, Sprecher der Stadtpolizei St. Gallen, war die Aktion nicht bewilligt. Benjamin Lütolf schätzte die Zahl der Teilnehmer auf rund 200 Personen.
Während des stündigen Marsches durch die Innenstadt skandierten die Anhänger Slogans, die sich meist gegen die aktuelle Führung des FC St. Gallen richteten.
Laut Michael Blatter vom Fan-Dachverband DV 1879 war die Idee zur Aktion spontan im Laufe des Tages entstanden, als die Fans sich gegenseitig über SMS, Internet und die Medien mobilisierten. Der grosse Aufmarsch zeige, «dass die Leute nicht glücklich sind mit der aktuellen Situation rund um den FC St. Gallen». Einige Fans trugen einen grün-weiss bemalten Sarg durch die Gassen, auf dem «BAG» und «FCSG» stand.
Die Route ging über die Vadianstrasse, Multergasse, Spisergasse und den Burggraben, bis sich die Gruppe schliesslich am Bohl auflöste. Laut Stapo-Sprecher Lütolf gab es weder Gewalt noch Sachbeschädigungen. «Der öffentliche Verkehr wurde aber zeitweise behindert. Zudem haben die Fans massiv Pyro gezündet», sagte Lütolf. Ob und welche Konsequenzen die Aktion haben werde, konnte Lütolf noch nicht sagen.
Über Rettungspaket informiert
Vertreter des Kantons und der Stadt St. Gallen hatten am Donnerstag über ein Rettungspaket für den FC St. Gallen informiert. Zur Enttäuschung vieler Fans beinhaltete das 16-Millionen-Paket nicht die Bedingung, die aktuelle Führung abzusetzen – wogegen sich der Protest vom Donnerstagabend richtete.
- Artikel empfehlen:








Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.
Kommentar schreiben