Tagblatt Online, 25. August 2010 01:01:29
Namen & Notizen
Legende Text (Bild: Bild:)
Zur Amtseinsetzung bekam der reformierte Rebsteiner Pfarrer Renato Tolfo (links im Bild) von seinem katholischen Kollegen Pastoralassistent Donat Haltiner eine Kiwi-Staude geschenkt. Das sei gelebte Ökumene, sagte Haltiner und dass er sich freuen würde, wenn beide – Kiwi-Staude und Ökumene – Früchte trügen. «Perfekt wär's natürlich», fügte er noch an, «wenn wir Katholiken auch ein paar von den Kiwis abbekämen.»
Als letzter Votant meldete sich an der Podiumsveranstaltung in der Mehrzweckhalle Kobelwald Gallus Dietschi zu Wort. Nicht um den Kandidaten fürs Oberrieter Gemeindepräsidium eine Frage zu stellen, sondern um ein wenig aufzumuntern. Am Stammtisch habe mal jemand gesagt, «da halb Gmeindroot isch nünt». Das dürfe man nicht sagen, das gehöre sich nicht, sei er zurechtgewiesen worden. Darauf habe sich Ersterer korrigiert und gesagt, «goet, da halb Gmeindroot isch öppis».
Unter den Teilnehmern an der Zugezogenenbegrüssung letzten Freitag in Altstätten befanden sich nicht wenige Deutsche. Kantonsrat und Stadtführer Werner Ritter (rechts) beharrte aber darauf, seine Ausführungen in Mundart zu halten. «Sehen Sie es so: Wenn Sie mich verstehen, verstehen Sie 95 Prozent der Rheintaler – also alle ausser die Diepoldsauer», meinte er. Er war dann aber doch bereit, Ausdrücke wie «Measchtschtock» und «Gülleloch» ins Hochdeutsche zu übersetzen.
Die 3. Internationalen Ballontage Alpenrheintal waren auch in Bezug auf die Länge des Festareals ein Rekordanlass. Über zwei Kilometer erstreckte sich dieses dem Rheinvorland entlang von der «Habsburg» bis fast zur Diepoldsauer Rheinbrücke war etwas los. So mussten Funktionäre, Helfer, Fotografen, Journalisten und Zuschauer gut «zu Fuss» sein, um überall vor Ort zu sein.
Vize-OK-Präsident und «Vater» der Rheintaler Ballonfahrer Eugen Nussbaumer dislozierte mit dem Militär-Jeep auf dem Gelände hin und her. Zumindest ein Velo dabei zu haben, gehöre dazu, wenn man sich auf einem Flugplatz innert nützlicher Frist bewegen will, meinte er zu einer «flugplatzunerfahrenen» Fotografin, die dann dafür mit dem Militär-Fahrzeug mitfahren durfte.
Vorerst ziemlich fotoscheu waren die drei Personen dieser Frühstücksrunde auf dem historischen US-Armeecamp am Rand des Ballon-Festgeländes. Angesichts des Fotografen riefen sie «Halt, Stop!», sprangen alle auf und räumten innert 30 Sekunden den Tisch praktisch leer. Dann posierten sie semiprofessionell, stilgerecht und originalgetreu – allerdings ohne Frühstück. Medienmenschen neigten nämlich dazu, beklagte sich der Chef der Runde, das Publikum mit Schnappschüssen samt allem «Neumodischen» auf dem Tisch zu manipulieren. In den Bildunterschriften werde dann hämisch etwa auf das Nutella-Glas auf dem Tisch verwiesen. (bea, mt, sc)
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