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Tagblatt Online, 20. Juli 2012 08:01:00

Wo Fantasie keine Grenzen kennt

Zoom

Die Heidemauer ist die bisher grösste Arbeit der Airbrush-Künstlerin. (Bild: pd)

ALTSTÄTTEN. Martina Fuchs wohnt seit vier Jahren in Altstätten. Zusammen mit Lars Oschatz aus Berlin hat die Baden-Württemberger Airbrush-Künstlerin kürzlich eine 100 Meter lange und zwei Meter hohe Mauer gestaltet.

KURT LATZER

Entspannt und mit weichen, schwingenden Bewegungen führt sie ihre kleine Spritzpistole über ein Bild. Ein fahles Gesicht nimmt langsam Gestalt an. Martina Fuchs haucht den Augen und Wangen mit dem feinen Farbnebel Leben ein. «Alles ist eben eine Frage von Licht und Schatten», meint die Airbrush-Künstlerin.

Hat mit Graffiti nichts zu tun

Gerne schaltet sie den kleinen Kompressor aus und legt die Airbrush-Pistole zur Seite, um von ihrer Arbeit zu erzählen. So auch von der jüngst vollendeten. Zusammen mit Lars Oschatz aus Berlin habe sie in ihrer Baden-Württemberger Heimatstadt Oberkochen ein Landschaftsmotiv auf der Heidemauer geschaffen. Der Berliner sei in der Ostschweiz bekannt. Einmal im Jahr biete er in Lichtensteig Workshops an. Etwas irritiert reagiert sie auf die Frage, wie gross das Graffiti auf der Heidewand denn sei. «Obwohl in einer Mischtechnik mit Spraydosen und Airbrush gearbeitet wurde, hat das Bild mit Graffiti absolut nichts zu tun», stellt Martina Fuchs klar. Das Landschaftsmotiv mit Blumen und Tieren sei etwa 100 Meter lang und zwei Meter hoch.

Faszination ungebrochen

Vor etwa 18 Jahren hat Martina Fuchs – damals noch Dozentin an einer Volkshochschule in Deutschland – die herkömmlichen Zeichen- und Malutensilien mit dem «Luftpinsel» getauscht. Durch die Seidenmalerei sei sie 1994 auf einer Kreativmesse in Wiesbaden zum ersten Mal mit Airbrush in Berührung gekommen. «Die Faszination des Airbrush hat mich seither nicht mehr losgelassen», lächelt die Hausfrau und Mutter zweier erwachsener Töchter, «auch weil Fantasie bei dieser Technik keine Grenzen kennt.» Nach Altstätten sei sie vor vier Jahren ihrem Mann Jürgen gefolgt, der aus beruflichen Gründen von Deutschland ins Rheintal pendelte. «Es ist mir leicht gefallen, mit meinem Mann nach Altstätten zu übersiedeln, in eine wunderbare Region», schwärmt die Künstlerin. Ganz unbekannt sei ihr die Gegend nicht gewesen, sie kenne das Rheintal und die umliegenden Regionen von zahlreichen Wanderungen.

Harley bis Bodypainting

Und was ist mit Airbrush – hat sie sich auch hier schon einen Namen machen können? «Bisher habe ich relativ wenige Aufträge aus der Region bekommen, dafür sehr interessante», sagt Martina Fuchs. Sie habe bereits an der «BalgArt» und an der Dornbirner Messe ausgestellt. Im Rheintal habe sie mittlerweile drei Harley Davidson gestalten dürfen. Motorräder zählen mit zu ihren liebsten Gegenständen, die sie mit Bildern nach Wunsch verziert, «niemals das gleiche Motiv, es sind alles Unikate», sagt die Airbrusherin. In Deutschland habe sie bereits viele Motorräder mit Bildern aufgewertet, meist ebenfalls Harleys. Die Wahl des Motivs sei jedem selbst überlassen, wobei es auch Grenzen gebe. Einmal habe ein «Ami-Fan» das Weisse Haus auf der Abdeckung seines Reserverades haben wollen. «Am Schluss haben wir uns auf zwei Flaggen und einen Seeadler geeinigt», schmunzelt Martina Fuchs. Was sie beim Airbrush weiter fasziniert, sind die Möglichkeiten, die sich ihr bieten. Es gebe kein Material, das mit dieser Technik nicht zu bearbeiten wäre. «Das Spektrum reicht vom Kinderschminken über Bodypainting bis hin zu Bildern und verzierten Weinflaschen», sagt die Künstlerin. Sie freut sich, wenn Interessierte ihre Homepage besuchen.




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