Tagblatt Online, 21. Juli 2009 01:01:59
Vom Landwirt zum Seelsorger
Donat Haltiner setzt sich dafür ein, dass die Saat des Glaubens aufgeht und Frucht trägt. (Bild: Bild: Max Pflüger)
Der Montlinger Landwirt Donat Haltiner studierte auf dem Dritten Bildungsweg (DBW) in Luzern Theologie. Ab 1. August wirkt er als Pastoralassistent in der Seelsorgeeinheit Altstätten und ist in dieser Ansprechpartner für die Katholische Kirchgemeinde Rebstein.
Max Pflüger
Montlingen/Rebstein. Donat Haltiner bewirtschaftet zusammen mit seinem Vater und seiner Gattin den von den Eltern übernommenen Hof an der Hinterburgstrasse in Montlingen. Bereits seit über zehn Jahren steht er aber auch im Dienste der Katholischen Kirche. Er unterrichtete bisher im Nebenamt als ausgebildeter Katechet an verschiedenen Oberstufenzentrum in der ganzen Region. «Ich bin gerne mit Menschen auf dem Weg», sagt er.
Erste Erfahrungen als Seelsorger
Nachdem Donat Haltiner bereits in St. Gallen einen vierjährigen Studiengang in Theologie für Laien absolvierte hatte, studierte er während zweier Jahre auf dem dritten Bildungsweg erfolgreich Theologie an der Universität Luzern. Als «Pastoralassistent in Berufseinführung» in Rebstein macht Donat Haltiner nun seine ersten Erfahrungen als Seelsorger.
Dies ist vorerst eine 80-Prozent-Stelle, denn während der ersten zwei Jahre muss er jährlich noch acht Wochen Weiterbildungskurse in St. Gallen besuchen. Auf diesem Weg in den Seelsorgeberuf wird Donat Haltiner von der Pfarreibeauftragten Anne Heither-Kleynmans begleitet.
Landwirtschaft reizte mehr
Donat Haltiner wurde 1968 geboren. Bereits in seinen Jugendjahren fühlte er sich vom christlichen Glauben angezogen und in der katholischen Kirche wohl.
Der Beruf des Priesters hätte ihn wohl interessiert, doch wollte er die schulische Laufbahn dahin nicht einschlagen. Er sah sich eher als Praktiker denn als Theoretiker, und die Schule begeisterte ihn nicht. Vor allem wollte er in der Landwirtschaft tätig sein und den elterlichen Hof übernehmen. Seine Ausbildung absolvierte er im elterlichen Betrieb, bei Paul Nüesch in Widnau und an der landwirtschaftlichen Schule Salez.
Futtermittelberater
Ebenfalls schon früh war Donat Haltiner aber auch ausserhalb der Landwirtschaft tätig. Er bildete sich an der Bénédict-Abendschule in St. Gallen zum Kaufmann BVS weiter und war anschliessend landwirtschaftlicher Aussendienstberater der Landi für UFA-Kraftfutter. Drei Winter lang arbeitete er für eine Elektrofirma auf dem Bau.
Den Menschen helfen
Schliesslich zog es ihn in den Dienst der Kirche, und er liess sich 1996 bis 2000 in St. Gallen zum Katecheten und 2007 bis 2009 in Luzern zum Theologen und Seelsorger ausbilden. Mit Menschen unterwegs sein, Menschen in allen Situationen helfend zu begleiten und den Glauben im Alltag authentisch zu leben, das ist die Motivation Haltiners für sein Engagement. Die katholische Kirche als grosse Glaubensgemeinschaft begeistert ihn. Er schätzt das breite Spektrum des katholischen Glaubens, wie er ihn als Montlinger Bauernkind kennengelernt hat, bis hin zur modernen Theologie, wie er sie an der Universität vermittelt bekam.
Wohnort bleibt Montlingen
Seinen Wohnort auf seinem 2001 übernommenen Hof in Montlingen wird Donat Haltiner auch in Zukunft nicht aufgeben. Hier ist seine Familie, seine Frau Karin und seine Kinder Alina (11 Jahre alt), Joshua (9), Leonie (7) und Sara (31/2-jährig), zu Hause. Auch den Landwirtschaftsbetrieb will er vorläufig mit Unterstützung seines Vaters und seiner Frau weiterführen.
Sein beruflicher Einsatz aber wird ganz Rebstein und der Seelsorgeeinheit Altstätten-Hinterforst/Eichberg-Lüchingen-Marbach-Rebstein gehören. Seine Arbeitsräume wird er in Rebstein haben. Und in Notfällen wird er über Telefon oder Handy immer erreichbar sein und auch von Montlingen aus schnell vor Ort sein. Auch mit der Rebsteiner Bevölkerung will er gute Kontakte pflegen und zum Beispiel an Vereinsanlässen und Unterhaltungsabenden so oft als möglich teilnehmen.
Leuten Christus näher bringen
Donat Haltiner ist überzeugt, dass er seine vielseitigen Aufgaben als Pastoralassistent auch vom Wohnort Montlingen aus bestens erfüllen kann. Er freut sich auf seine seelsorgerische Arbeit. Als Ansprechpartner für alle kirchlichen Belange wird er die Wünsche und Sorgen aller Rebsteiner Katholiken entgegennehmen. Mit Predigten und in Gottesdiensten wird er als Pastoralassistent mitwirken. Zudem übernimmt er als erfahrener Religionspädagoge im Seelsorgeteam das Ressort Jugend. In Rebstein wird er mit vier und in Altstätten mit einer weiteren Lektion weiterhin Religionsunterricht erteilen.
Wichtig ist ihm dabei Lebenspraxis, Tod und Auferstehung von Jesus den Menschen näher zubringen. Und ein grosses Anliegen ist ihm die Weiterführung und die Pflege der in Rebstein vorbildlich gelebten Ökumene.
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