Tagblatt Online, 10. Mai 2012 01:05:25
Sieben Kälber abgestürzt
An Seilen gesichert gelang es den Helfern, zwei Kälber zurück auf die Weide zu führen. Die fünf toten Tiere wurden mit einem Helikopter ausgeflogen. Den Schaden und die Rettungsaktion zahlt die Versicherung. (Bild: Feuerwehr Oberriet)
Vergangenen Freitag musste die Feuerwehr Oberriet an einen speziellen Einsatzort ausrücken. Im Gebiet zwischen Kobelwald und Freienbach waren sieben Kälber über einen Abhang gestürzt.
KURT LATZER
OBERRIET. Die Kälber eines Oberrieter Landwirtes, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, grasten bis Freitagnachmittag friedlich auf der Weide im Gebiet Stein. Dies habe ihm ein Nachbar bestätigt. Am späteren Nachmittag durchbrachen sieben Tiere einen Zaun, überquerten die benachbarte Wiese und stürzten über eine Felswand. Wie tief die Kälber gefallen sind, konnten weder der Landwirt noch die Feuerwehr sagen. Vier Tiere waren sofort tot, ein schwer verletztes Kalb musste getötet werden. Zwei Tiere überlebten den Sturz einigermassen unbeschadet.
Durch Seile gesichert
«Die Kälber müssen durch irgendetwas aufgescheucht worden sein, denn sonst wären sie nicht derart in Panik geraten», sagt der Landwirt. Die beiden Kälber, die den Sturz mit ein paar Blessuren überlebt hatten, konnten von den Angehörigen der Feuerwehr Oberriet zusammen mit dem Bauern auf die Weide zurückgeführt werden; «ein Kraftakt in steilem Gelände», sagt Ivo Kühnis, Einsatzleiter bei der Tierrettung. Gesichert mit Seilen hätten die Angehörigen der Feuerwehr (AdF) zusammen mit dem Landwirt die Tiere über sehr steiles Gelände zurück auf die Weide geführt. «Die gesamte Tierrettung dauerte etwa zweieinhalb Stunden», meint Kühnis, «es standen 20 Leute im Einsatz.»
Draht mehrfach gerissen
Die Oberrieter Feuerwehr habe zwar schon Tierrettungen durchgeführt, aber meist auf Bauernhöfen und nicht in solch steilem Gelände. Zur Bergung der toten Tiere kam ein Helikopter zum Einsatz. Die Wiese, von wo aus die Kälber in den Tod rannten, war mit einem elektrisch geladenen Draht gesichert. «Dieser Draht war an drei Stellen gerissen, wie mein Sohn und ich nach der Rettungsaktion festgestellt haben», sagt der Besitzer der Tiere.
Interessanterweise hätten die älteren Tiere, die bereits einmal einen Sommer auf der Alp waren, nicht mit den Kälbern Reissaus genommen.
«Die Kühe sind im Gegensatz zu den Kälbern Lärm gewohnt, wie etwa den von bellenden Hunden», ist der Landwirt überzeugt. «Einfach so, ohne gejagt oder aufgescheucht zu werden, springt kein Kalb und keine Kuh über eine Felswand.»
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