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Tagblatt Online, 02. März 2010 01:03:44

Wenn Bananen nicht drin liegen

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Guetzli und Schokolade haben die drei Initiantinnen – Magdalena Anderegg, Karin Wernli und Jenny Bühler (von links) – noch im Vorrat, sie sind aber jede Woche um neue Lieferungen froh. (Bild: Bild: Maya Seiler)

RHEINECK. Verschiedene Treffs verteilen Lebensmittel an Menschen, die unter dem Existenzminimum leben. Nach diesem Vorbild werden nun auch in Rheineck Produkte des täglichen Bedarfs gegen einen symbolischen Betrag weitergegeben.

maya seiler

Einfach in den Laden gehen und alles kaufen, was man für die kommende Woche benötigt, das ist leider nicht für alle in der Schweiz lebenden Menschen möglich. Den Augen der Öffentlichkeit verborgen, müssen sie oft jeden Rappen zweimal umdrehen, damit es nur zum Lebensnotwendigsten reicht. Alltäglicher Luxus, wie eine Tafel Schokolade oder ein Päckli Guetzli, liegt für sie nicht drin.

Auf der andern Seite werden in unserem Land viele Lebensmittel entsorgt, weil Datum oder Verkaufsfrist abgelaufen sind. Diesem Umstand abhelfen will schon seit einiger Zeit die Institution «Schweizer Tafel».

«Verteilen statt wegwerfen»

Unter diesem Motto werden überschüssige Lebensmittel an armutsbetroffene Menschen in der Schweiz weitergegeben. Wer arm ist, muss in seiner Ernährung häufig mit starken Einschränkungen leben.

Genügend Lebensmittel sind aber vorhanden: 36 Kilogramm Nahrungsmittel werden pro Einwohner im Jahr weggeworfen. Drei engagierte Frauen, Magdalena Anderegg aus Lutzenberg sowie Karin Wernli und Jenny Bühler aus Thal, haben dieses Problem auch in ihrer Region erkannt. Mit Rat und Tat unterstützt von Susanne Lendenmann – Leiterin der Schweizer Tafel Region Ostschweiz – führen sie seit der vergangenen Woche in den zentral gelegenen Räumen des Hauses zum Eckstein den E-Treff. Hier werden gegen den Betrag von einem Franken Lebensmittel abgegeben.

Personen, die eine Genehmigung des Sozialamtes oder einer regionalen Caritas-Stelle haben, finden hier jeden Freitag zwischen 14.30 und 16.30 Uhr Gelegenheit, einzukaufen. Der E-Treff wird durch eine Kaffee-Ecke und eine Spielecke ergänzt.

Gut gestartet

Bereits am ersten Freitag Nachmittag besuchten neun Leute den Treff. Es gab viel Obst und Frischgemüse.

Karin Wernli war besonders beeindruckt, als eine Frau mit Tränen in den Augen sagte, sie habe sich schon lange keine Bananen mehr leisten können.

Die E-Treff-Initiantinnen sind über jede Lebensmittelspende, originalverpackt und innerhalb des Ablaufdatums, sowie weitere Artikel des täglichen Gebrauchs sehr froh. Sie freuen sich aber auch über Personen, welche im E-Treff mithelfen wollen.

Gesucht wird noch eine Esspressomaschine, ein Wasserkocher und anderes mehr. Kontaktperson ist Jenny Bühler, 071 888 01 42/079 731 32 62.





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