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Tagblatt Online, 08. Februar 2012 01:04:04

Vorsicht! Das Eis ist noch zu dünn

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Baggersee: Der kleine Bub hackt mit einem Beil ein Loch in das Eis. Schon das Betreten des bis zu zehn Meter tiefen Sees ist zu gefährlich. (Bild: Kurt Latzer)

Trotz klirrender Kälte: Schlittschuhlaufen auf den Seen im Rheintal ist noch kein Thema. Die Eisschicht ist zu dünn. Trotzdem bewegen sich jetzt schon Kinder und Erwachsene auf «dünnem Eis». Sollte etwas passieren, lehnen die verantwortlichen Gemeinden jede Haftung ab.

SUSI MIARA

Die frostigen Temperaturen haben viele Seen und Gewässer in eine geschlossene Eisfläche verwandelt. Doch die weisse Winteridylle ist trügerisch, denn die Eisdecken sind noch nicht tragfähig. Jedes Jahr kommt es zu Unfällen, weshalb empfohlen wird, Flächen erst ab einer Eisdicke von 20 Zentimetern und nie alleine zu betreten. Gemäss einem kantonalen Gesetz übt der Gemeinderat auf dem Gemeindegebiet die polizeiliche Aufsicht über die öffentlichen und privaten Gewässer aus. Die Gemeinden haben somit die Aufsicht über zugefrorene Gewässer, unabhängig davon, ob diese privat oder öffentlich sind. Claudio Senn, Leiter des Bauamts in St. Margrethen, warnt: «Wer in St. Margrethen die Weiher betritt, begibt sich in Lebensgefahr.» Das Eis im «Eselschwanz», im Strandbad Bruggerhorn und auf den zwei Dorfweihern sei noch so dünn. Es wurde von der Gemeinde nicht einmal geprüft, geschweige denn freigegeben.

Absolutes Verbot für das Betreten der Eisfläche herrscht auch am Sonnensee in Kriessern. «Das Eis ist nicht tragfähig», erklärt Thomas Zünd. Er erinnert sich daran, dass man früher, bevor die Eishalle in Widnau gebaut wurde, auf dem Sonnensee Schlittschuh gelaufen ist. «Das liegt aber einige Jahre zurück.»

Im «Krottenbädli» in Diepoldsau wird die Eisdicke regelmässig geprüft. «Im Moment sind es sechs Zentimeter», sagt Daniel Hutter vom Unterhaltsdienst. «Bei zehn Zentimetern werden wir die 400 Quadratmeter grosse Eisfläche freigeben.» Sollten die Temperaturen weiterhin so tief bleiben, könnte das bereits in einer Woche passieren. Die Gewässer im Alten Rhein werden von der Gemeinde nicht freigegeben. «Ganz Mutige haben bereits am Wochenende die ersten Gehversuche auf dem dünnen Eis gemacht», sagt Daniel Hutter. «Das ist lebensgefährlich.»

Auf dem Baggersee in Kriessern ist das Eis zwölf Zentimeter dick. Trotzdem hat der Baggersee-Verein ein Warnschild «Betreten auf eigene Verantwortung» im Eingangsbereich aufgehängt. «Die zwölf Zentimeter habe ich etwa zehn Meter vom Ufer entfernt gemessen», sagt Betriebsleiter Markus Hentsch. Da der Baggersee bis zehn Meter tief ist, könnte es weiter draussen ganz anders aussehen. Markus Hentsch appelliert an die Bevölkerung, den See nicht zu betreten. Auch der Oberrieter Gemeindepräsident Rolf Huber ist entsetzt. Als wir ihn auf unsere Beobachtungen auf dem Baggersee (Bild) aufmerksam machen, sagt er: «Das ist völlig unverantwortlich und unverständlich. Es kann immer etwas passieren. Die Erwachsenen müssten hier die Vorbildfunktion übernehmen.»





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