Tagblatt Online, 21. August 2010 01:03:33
St. Margrethen belebt Steinbruch
Organisatoren und Beteiligte des Steinbruchfests in St. Margrethen vor der Steinmetz-Halle (v.l.): Patric Hitz (Geschichtliches), Paul Gerosa (Presse), Ralph Brühwiler (OK-Präsident), Bruno Brülisauer und Köbi Nett (Festwirtschaft), Fritz Gois (Bau) sowie Jean-Luc Braun (Steinmetzmeister Gautschi AG). (Bild: Bild: Samuel Tanner)
Die FDP-Ortspartei organisiert am 4. September das Steinbruchfest in den Steinmetz-Hallen der Gautschi AG. Es geht um die Belebung einer alten Tradition, die Geselligkeit und einen fiktiven italienischen Gastarbeiter.
Samuel Tanner
St. Margrethen. Der Steinbruch und das damit verbundene Handwerk des Steinmetzen haben in St. Margrethen Tradition. Seit über hundert Jahren baut die Firma Gautschi AG Sandstein ab – Verwendung fand der St. Margrether Stein schon für Gebäude wie die Hauptpost in St. Gallen oder das Bundeshaus in Bern. Als sich die FDP-Ortspartei dafür entschied, eine Art Dorffest zu organisieren, war die Verbindung mit dem Steinbruch eine logische Folge, wie Ralph Brühwiler gestern an der Pressekonferenz bestätigte.
Dorfleben aktivieren
«Die Aktion unserer Partei hat jedoch keinen politischen Hintergrund», sagte Brühwiler. Vielmehr gehe es darum, das Dorfleben zu aktivieren. «Mit dem Steinbruchfest können wir die Bevölkerung auf eine alte Tradition aufmerksam machen.»
Bei der Programmgestaltung liessen die Organisatoren der Kreativität freien Lauf. Als Identifikationsfigur dient ein fiktiver italienischer Gastarbeiter, Giovanni Bartolo. Er soll den typischen Steinmetzen aus der Vergangenheit darstellen.
Das Fest besteht schliesslich aus Aktivitäten, die für diese Gastarbeiter typisch waren: Es besteht die Möglichkeit, Steinmetzen-Hüte zu basteln (wie Bartolo einen getragen hätte). Die Besucher können Boccia spielen (wie es Bartolo in seiner Freizeit gemacht hätte). Weiter kann auch die Steinmetzkunst gelernt werden. Bei schönem Wetter finden zwei Besichtigungen der altehrwürdigen Abbruchstelle statt. «Das Fest führt symbolisch durch das Leben des Giovanni Bartolo», sagte Brühwiler.
Auch der geschichtliche Hintergrund wurde von den Organisatoren aufgearbeitet – Informationstafeln werden die Besucher über das alte Handwerk aufklären.
Für die musikalische Untermalung ist die Musikgesellschaft St. Margrethen zuständig. «Die Geselligkeit ist uns für das Steinbruchfest sehr wichtig», betonte Brühwiler.
Köbi Nett kocht Polenta
An der eigenen Hauptversammlung habe man gemerkt, wie wichtig die Präsenz an Dorfanlässen ist, sagte Brühwiler, der gleichzeitig auch Präsident der FDP St. Margrethen ist. Bei der Festwirtschaft bleiben die Organisatoren ihrem Konzept ebenfalls treu, das Leben eines italienischen Gastarbeiters abzubilden. Der prominente Gilde-Koch und ehemalige Metropol-Wirt Köbi Nett konnte als Festwirt verpflichtet werden und kocht Polenta mit Rindsgulasch. «Ich hänge am Rheintal und freue mich daher, in St.
Margrethen zu kochen», sagte Kochbuchautor Nett. Dass der italienische Wein aus kleinen Boccalinos getrunken wird, versteht sich von selbst.
Wenn das Steinbruchfest vom 4. September, das ab 11 Uhr auf dem Gelände der Gautschi AG stattfindet, ein Erfolg wird, kommt es in zwei Jahren zu einer Neuauflage. Nicht nur die Belebung der Tradition Steinbruch ist also das Ziel – das Fest soll selbst zur Tradition werden.
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