Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 10. Juli 2012 01:35:00

Piraten-Grill auf dem Mittelstreifen

Diepoldsau

Zoom

Konservendose, Pizzaschachtel, Kapsel-Verschlüsse und die grünen Äste stammen gewiss nicht von den wahren Freunden des Alten Rheins. (Bild: René Schneider)

DIEPOLDSAU. Am Alten Rhein bei Diepoldsau läuft jeden Sommer ein Räuber-und-Poli-Spiel zwischen den Badenden und den Behörden, beziehungsweise deren privater Aufpasser. Aktuell «schlagen» die «Räuber» und «Schwarzgrillierer» die «Polizisten» mit deren eigener Waffen.

RENé SCHNEIDER

Auf dem neuen Grill werden weder Piraten grilliert noch sind die Erbauer Piraten. Offenbar sind es Freunde des Alten Rheins und des gediegenen Brätelns auf dessen naturnahem Mittelstreifen. Sie haben dieser Tage unterhalb des Strandbades einen gusseisernen Grill einbetoniert und somit fix installiert. So dass jedermann und natürlich die Erbauer selber mit einer Handvoll trockenen Holzes dort jederzeit ein paar Würste oder gar Steaks braten können.

Hintergrund Feuerverbot

Hintergrund sind angeblich verstärkte Kontrollen der privaten Aufpasser und das Durchsetzen des geltenden Feuerverbots am Alten Rhein. Grillieren darf man dort nur an den drei festen Grillplätzen (zwei beim «Maz» einer beim «Inseli») oder indem man einen portablen Grill samt Kohle mitbringt. Die offiziellen Grillplätze sind also rar und meist weit entfernt vom individuellen Badeplatz. Aus diesem Grund sind die Badeplätze in Grillnähe weder individuell noch lauschig, sondern eher laut und umtriebig. Darum wurde und wird das seit Jahrzehnten geltende Feuerverbot oft unterlaufen. Davon zeugen diverse im doppelten Sinn «schwarze» Feuerplätze entlang der Rheinschlaufe. Die wahren Freunde des Alten Rheins, darunter auch die Fischer, achten auf Ruhe und Ordnung, bringen trockenes Holz zum Feuern und Bräteln mit und grillieren nur an den offiziell zwar verbotenen, aber doch durch Tradition und Gewohnheitsrecht legitimierten Plätzen. Sie erkennen sie am schwarzen Boden.

Halboffizieller Grill

Doch wurden in den letzten Wochen die Kontrollen verschärft und Schwarz-Grillierer beim Gemeinderat verzeigt. Darum haben jetzt Unbekannte mit ein paar Schaufeln Beton und einem gusseisernen Grill selber an einem der «schwarzen Plätze» eine «offizielle Grillstelle» geschaffen. Wie das Rheinunternehmen als Grundeigentümerin auf diese Vorlage regieren wird, bleibt abzuwarten. Sobald nämlich alle vom Volk erwünschten Grillplätze derart aufgerüstet sind, wird niemand mehr «schwarz» bräteln.




Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

tagblatt.ch / leserbilder

facebook.com / tagblatt

 ...