Tagblatt Online, 10. Juni 2009 13:12:00
Parkplatzgebühren nach Neueröffnung
Nach dem Umbau des Rheinparks müssen die Kunden ab November Parkplatzgebühren zahlen. (Bild: Bild: Tobias Söldi)
ST.MARGRETHEN. Wer auf dem Rheinparkgelände in St. Margrethen parkiert, bezahlt nichts dafür. Nach der Neueröffnung müssen die Kunden ab November aber Parkgebühren zahlen. Der VCS verlangte die Parkplatzbewirtschaftung des Einkaufszentrums.
Tobias Söldi
Anfang 2006 wurde über die Baubewilligung für die Renovierung des Rheinparks in St. Margrethen entschieden. Schon im Sommer 2006 wollte die Unirenova St. Gallen mit dem Umbau beginnen, doch das 70-Millionen-Projekt konnte nicht sofort in Angriff genommen werden: Der VCS (Verkehrsclub Schweiz) meldete sich zu Wort und verzögerte den Start. Damit die Baubewilligung erteilt werden kann, verlangte der Verband die Einführung der Parkplatzbewirtschaftung.
Der Kanton St. Gallen hiess den Einspruch des VCS im Frühling 2007 gut. Auch die Migros Ostschweiz akzeptierte den Entscheid, obwohl die Parkplatzbewirtschaftung für sie mit einigen Nachteilen verbunden ist. Sie wollte das Projekt nicht weiter verzögern.
Neueröffnung im September
Noch sind auf dem Parkplatz Maschinen im Einsatz, doch der Umbau steht kurz vor dem Abschluss: Am 23. September findet die Neueröffnung statt. Bis am 1. November ist das Parkieren noch gratis.
Dass Migros Ostschweiz über diese Massnahmen nicht erfreut ist, hat Gründe: «Für Kunden ist es nicht verständlich, warum sie plötzlich Parkplatzgebühren bezahlen müssen», sagt Judith Bösch, die PR-Leiterin von Migros Ostschweiz.
Ausserdem bestehe die Gefahr, dass viele Besucher zur Konkurrenz wechseln, bei der das Parkieren noch gratis ist, wie es in St. Gallen der Fall ist.
Dort benützen viele Kunden des Säntisparks oder des Obi die Gratisparkplätze des daneben liegenden Interio. Im grenznahen St. Margrethen bietet beispielsweise der Messepark Dornbirn diesbezüglich eine billigere Alternative zum Rheinpark.
Eine erste Folge der baldigen Parkplatzbewirtschaftung ist die Schliessung der Migrol-Werkstatt beim Einkaufszentrum Ende April dieses Jahres. Das Barrieren-System hält die Kundschaft davon ab, über den Rheinpark zur Migrol-Anlage zu fahren.
Umwelt schützen
Der VCS begründet sein Vorgehen damit, dass durch die Parkplatzbewirtschaftung die Kunden für ihre Einkäufe vermehrt den öffentlichen Verkehr benützen und dadurch die Umwelt geschützt wird. Die Migros Ostschweiz ist der Meinung, dass Parkplatzgebühren die Kunden nicht dazu bringen, weniger mit dem Auto einzukaufen und daher die Massnahme umwelttechnisch nichts bringt.
Dabei handelt der VCS gemäss einem kantonalen Massnahmenplan zum Schutz der Umwelt, der bestimmte Vorgaben enthält. Nach Verhandlungen zwischen der Migros Ostschweiz und dem VCS entschied man sich für die Einführung einer Parkplatzgebühr von 50 Rappen pro Stunde.
Zu klein für Parkplatzgebühren
Die Parkplatzbewirtschaftung ist bei allen neuen Bauten ab einer bestimmten Grösse vorgeschrieben.
Zwar gibt es immer noch viele Einkaufszentren, bei denen das Parkieren gratis ist, doch sobald diese umgebaut werden, muss die Parkplatzbewirtschaftung eingeführt werden.
Bei der Konkurrenz Aldi und Lidl sieht es anders aus: Beide bauen nur noch Filialen, die eine bestimmte Grösse nicht überschreiten. So kann der VCS keine Parkplatzbewirtschaftung verlangen.
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Kommentare lesen
laika (11. Juni 2009, 00:32)
VCS - bitte auflösen
Dieses Begehren des VCS ist schlichtweg familienfeindlich, behindertenfeindlich und unsozial. Aldi und Lidl freuts. Ausserdem werden Arbeitsplätze vernichtet oder gefährdet. Umweltschutz ja - aber bitte mit Weitsicht und Umsicht. Wo geht es hier zum Fielmann ?
Beitrag kommentierenjb (10. Juni 2009, 14:34)
und das soll sich Verkehrsclub nennen?
Die haben offensichtlich keine Ahnung, wie jemand in den Rheinpark kommt. Wenn, dann mit Auto. Ich wohne in Thal, mit dem Auto 5 Min, mit Postauto und Zug über 30 Min + das Herumgeschleppe...
Beitrag kommentierenIch denke allerdings auch nicht, dass 50 Rappen/Std. eine spürbare Abwanderung der Kunden nach sich zieht. Und wenn schon, dann zu einer nahen Konkurrenz wie dem Messepark, dafür fahre ich allerdings mehr als doppelt so lange ==> umweltfreundlicher???
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