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Tagblatt Online, 16. Mai 2012 01:05:00

Neue Ideen gegen Verkehrsproblem

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Grosse Rückstaus, lange Wartezeiten für die Busse: Eine zusätzliche Busspur bei der Heerbrugger Entenbad-Kreuzung soll die Situation verbessern. (Bild: Samuel Tanner)

Der immense Verkehr auf der Hauptstrasse Altstätten – Heerbrugg bereitet Sorgen: Busse kommen zu spät, Dörfer werden in zwei Hälften geteilt und bei der Entenbad-Kreuzung in Heerbrugg stauen sich die Autos. Jetzt wird ein neues Konzept ausgearbeitet, das diese Probleme lösen soll.

SAMUEL TANNER

RHEINTAL. Wenn die Rheintaler in den Feierabend fahren, kommt es in Heerbrugg immer wieder zum Verkehrskollaps. Es entsteht Stau, der teils bis zum Restaurant Weinstube reicht. Und Busse verspäten sich so arg, dass die Chauffeure die Anschlusszüge zurückhalten müssen. – Dreizehntausend Autos und Lastwagen muss die grosse Entenbad-Kreuzung pro Tag schlucken.

Auch talaufwärts gibt die vielbefahrene Hauptstrasse oft Anlass zu Diskussionen. Zu gefährlich sei sie hier und da. Zu stark würden die zwei Dorfteile zum Beispiel in Rebstein durch die Strasse getrennt.

«Strasse 2000» zurückgestellt

An der Politik ging all das nicht spurlos vorbei. Lange hoffte man in den Rheintaler Rathäusern, dass die sogenannte Strasse 2000 einen Teil der Probleme lösen könnte – eine Umfahrungsstrasse durch das Riet.

Nun hat aber eine Beurteilung durch Experten ergeben, dass eine solche Strasse kaum nützt. Ralf Bürki, Leiter Strassenbau im Kanton St. Gallen, sagt: «Eine Entlastungsstrasse würde zu wenig befahren.» Bürkis Argumentation setzt bei den Auto-Pendlern ein. Ein Grossteil des Verkehrs fährt etwa von Rebstein nach Heerbrugg – nur wenige Autofahrer zählen zum Durchgangsverkehr und würden damit von einer Umfahrung profitieren. «Kaum einer, der innerhalb von Heerbrugg und Altstätten auf die Hauptstrasse einbiegt, nähme den Umweg über die Entlastungsstrasse auf sich», sagt Ralf Bürki. «Die Kosten, welche die <Strasse 2000> ausgelöst hätte, sind deshalb nicht zweckmässig.» Das Projekt wurde zwar nicht aufgegeben, aber zurückgestellt.

Diese Formulierung ist dem Geschäftsführer des Vereins St. Galler Rheintal wichtig. Göpf Spirig sagt: «Die <Strasse 2000> ist nicht gestorben, und sie ersetzt auch die neuen Pläne nicht.»

Spirig und seine Kollegen beim Verein St. Galler Rheintal haben in der Zwischenzeit nämlich ein neues Konzept in Auftrag gegeben. Es soll zeigen, wie man die Rheintaler Verkehrsprobleme auf der angestammten Hauptstrasse löst.

RTB würden Busspur begrüssen

Noch gibt es keine konkreten Ergebnisse – es ist die Zeit der Gedankenspiele. Göpf Spirig: «Eine spektakuläre Änderung wäre eine Busspur bei der Entenbad-Kreuzung in Heerbrugg.» Dies würde bei einem Mann besondere Freude auslösen – bei Thomas Halter. Er ist Leiter Betrieb bei den RTB und sagt: «Wir müssen Tag für Tag teilweise grosse Verspätungen in Kauf nehmen. Eine Busspur würden wir klar begrüssen.»

Verkehrsinseln in allen Dörfern

Weitere mögliche Massnahmen tönen weit weniger spektakulär als die Busspur.

Verkehrsinseln in allen Dörfern, durchgehende Velostreifen, intelligenter platzierte Bushaltestellen (mit oder ohne Einbuchtung) oder Begegnungszonen in den Zentren der Dörfer. Konkreter können Göpf Spirig und Ralf Bürki vom Strassenbauamt noch nicht werden.

«Die Hauptstrasse soll am Ende von Heerbrugg bis Altstätten ähnlich aussehen», sagt Geschäftsführer Göpf Spirig. Jene Gemeinden, die ohnehin bald Änderungen an der Hauptstrasse vornehmen, sollten also auf die Leitlinien des Konzepts achten.

Ein weiteres Ziel dieser Aktion: Velofahrer, Fussgänger und öV sollen gestärkt werden, der Privatverkehr soll besser fliessen.

Kaum hat Göpf Spirig aber seine Ideen geäussert, tritt er auf die Euphoriebremse. «Die Probleme werden nicht schon in zwei, drei Jahren gelöst sein.» Einzelne Teile des neuen Konzepts werden aber bald umgesetzt. Sie sollen im kommenden Strassenbauprogramm (das von 2014 – 2018 dauert) Platz finden. – «Die Chancen stehen gut», sagt Ralf Bürki, Leiter des Strassenbaus im Kanton.

Mit dieser Aussage macht er all jenen Hoffnung, die heute Tag für Tag bei der Entenbad-Kreuzung im Stau stehen, wenn sie in den Feierabend fahren.





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