Tagblatt Online, 09. Juli 2012 01:33:00
Mit dem Töff des Vaters gewonnen
Wenn am Töfftreffen die Show – oder diesmal: das Rennen – beginnt, steht stets ein grosses Publikum erwartungsvoll bereit. (Bild: Bilder: Gert Bruderer)
KRIESSERN. Jeder kennt den Schnelllauf über 80 Meter. Aber mit dem Mofa, noch dazu mit einem aufgemotzten? Diese Premiere gab's in Kriessern am Töfftreffen. In den Final kämpften sich Martin Schraner aus Au und Kai Hasler aus Oberriet vor. – Hasler, der Jüngste des Rennens, gewann.
GERT BRUDERER
Als Lokalmatador stand Adrian Kobler bereit, Sohn des einheimischen Rhybeck. Gut gearbeitet habe er, sagt der aus dem Säuliamt angereiste Rennteilnehmer Walter Traber; Koblers aufwendig hergerichteter Töff sehe nach einem vorderen Rang aus.
Fahrlehrer begeistert
Ganz geklappt hat's dann zwar nicht, aber andere Rheintaler bolzten in mehreren Sprints – nach K.-o.-System – immer weiter nach vorn und belegten am Ende die vordersten Plätze. Der Auer Autofahrlehrer Ralph Zoller, mit Dario auf den Schultern, war einer der Fans: die drei Auer Martin Schraner, Marco Schnoz und Nicolas Rohner hatten bei ihm Autofahren gelernt – und zeigten nun, was sie auf zwei Rädern können. Schraner wurde Zweiter, Rohner Vierter. Dazwischen schob sich auf den 3. Rang Christian Frei aus Diepoldsau. Aber den Sieg, den trug ausgerechnet der Jüngste davon, Kai Hasler aus Oberriet, der noch dazu nicht mit eigenem Fahrzeug dabei war, sondern mit dem des Vaters: Roland Hasler, Bike-Shop-Betreiber und selbst rennerfahren.
Zuvor ein Rennen, ein Sieg
Kai Hasler, der in zwei Monaten 16 wird und nach den Sommerferien die Lehre als Elektroplaner beginnt, benützte Vaters Töff zum ersten Mal und war zuvor erst einmal überhaupt an einem Rennen: letztes Jahr, in der Originalklasse. Hasler hatte auch da gesiegt, aber – er lacht: «Die Teilnehmerzahl betrug zwei.» Dass er nun in Kriessern eine deutlich grössere Konkurrenz hinter sich lassen konnte, muss an der Begabung liegen, aber auch am Mofa, das wie Hasler ziemlich leicht ist. Und die Formel lautet nun mal: «Weniger Gewicht, mehr Tempo.» Die Motorradfreunde Kriessern ernteten viel Lob. «Guet mached's es», war eine der Aussagen und sie bezog sich wie die Anerkennung durch Jürg Dietsche auf das konstant hohe Niveau der Shows.
Jedes Mal was Spezielles
Kein Töfftreffen ohne besondere Darbietung. 2010 zum Beispiel rasten Ausnahmekönner auf dem Motorrad stehend durchs Dorf, letztes Jahr gab's ein Kindermotocross – und immer ist das Töfftreffen mit tollen Konzerten verbunden, «wird die Nacht zum Tag».
Junge knapp bei Kasse
Am Rennen vom Samstag hätten gerne noch andere Rheintaler mitgemacht. Eric Chaaya aus Kriessern zum Beispiel, Ronny Benz aus Montlingen oder Jort Delies aus Oberriet. Doch die Kollegen von Adrian Kobler haben das gleiche Problem wie teilweise die Stars des Motorsports: Es mangelt am Geld.
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