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Tagblatt Online, 20. Februar 2010 01:03:10

Mit Olympia auf Tuchfühlung

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Kuno Hanselmann als «Volunteer» in der Bobbahn von Whistler: «Die Stimmung ist unbeschreiblich. Vor allem auch am Abend, wenn die jeweiligen Nationen ihre Medaillen feiern.» (Bild: Bild: pd)

RHEINTAL. Scharfe Kufen, schwierige Kurven und Rheintaler Olympia-Medaillen: Der Bobsport fasziniert. Und auch in diesem Jahr sind wieder Rheintaler an der olympischen Bobbahn anzutreffen.

Andrea Kobler

Gerade noch trainierten die Bobfahrer auf der Bahn im Whistler Sliding Center, und schon ist Kuno Hanselmann beim sogenannten «Sweeping», dem Reinigen der Bobbahn anzutreffen.

Hanselmann ist einer der 25 000 Volunteers, der ehrenamtlichen Helfer, ohne die Olympia nicht möglich wäre. Selber ist der St. Margrether leidenschaftlicher Tauchsportler und Snowboarder. Der Wintersport war es auch, der ihn im Vorjahr nach Whistler zog.

Während sieben Wochen verband er Hobby und Sprachaufenthalt und bewarb sich als Helfer für Olympia: «Die Sportart, bei der ich mithelfen will, soll im Freien stattfinden und Schweizer Medaillen bringen.»

Der gelernte Landschaftsgärtner wurde den Bobsportlern zugeteilt. Neben dem Sweeping hilft er beim Schattieren gewisser Streckenabschnitte und geniesst neben der intensiven Arbeit die hervorragende Stimmung in den Strassen von Whistler.

Premiere für Meschenmoser

Seine Olympia-Premiere feiert der in Rebstein aufgewachsene und für die Nachrichtensendung «10vor10» arbeitende Marc Meschenmoser. Die Faszination der Spiele hatte ihn schnell gepackt. Er freute sich mit der Schweiz über die Erfolge der bisher drei Olympiasieger oder über die Begegnung mit einem Skifahrer von den Cayman-Inseln: «Zudem bin ich aber auch von der rauen kanadischen Berglandschaft und der freundlichen und offenen Art der Einheimischen, vom Polizisten bis zur Kassiererin im Supermarkt, fasziniert.»

Seine Aufgabe in Vancouver ist es einerseits, sportliche, aber auch (sport)politische Hintergrund-Beiträge zu realisieren. Und so machte er auch Bekanntschaft mit der Bobbahn. Er deckte auf, dass die olympischen Organisatoren von Schweizer Athleten und Trainern und bereits vor einem Jahr vom Schweizer Rodel-Nationaltrainer Snorre Pedersen gewarnt worden sind, dass die Bobbahn in Whistler zu gefährlich sei. Doch die Organisatoren hatten kein Gehör dafür.

«Der Todesfall des Kasachen Nodar Kumaritaschwili im Training der Rodler ist leider eine schreckliche Realität, die wir nicht ausblenden können», so Meschenmoser. «Doch es war mir wichtig, das wir uns ethische Grenzen bei unserer Berichterstattung setzen. Deshalb hat «10vor10» beispielsweise bewusst keine Bilder gezeigt, wie der Bobfahrer mit voller Wucht abseits der Bobbahn aufprallte.»

Trotz aller Trauer soll in den nächsten Tagen auf der Bobbahn wieder das Sportliche im Vordergrund stehen. So, dass Volunteer Kuno Hanselmann die neuen Olympiasieger jubeln sehen, und Meschenmoser über Erfolge der Schweizer Fahrer berichten kann.

Rheintaler Bob-Erfolge

Wird im Auslauf einer Olympia-Bobbahn gejubelt, sind das Momente, in denen auch immer die Erfolge der Rheintaler Bobfahrer in Erinnerung gerufen werden.

Je vier Olympiamedaillen gewannen der Marbacher Josef Benz im Bob von Erich Schärer (Silber und Bronze Innsbruck 1976 sowie Gold und Silber Lake Placid 1980) und der Diepoldsauer Gustav «Gusti» Weder (Gold und Bronze Albertville 1992 sowie Gold und Silber Lillehammer 1994).

2002 an den Olympischen Spielen in Salt Lake City gewann die heute in Au wohnhafte Sonja Nef Riesenslalom-Bronze. Seither ist es ruhiger um die Wintersportler im Rheintal geworden.





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