Direkte Links und Access Keys:

Tagblatt Online, 08. März 2010 06:34:00

Integration als Chance sehen

Zoom

«Die Rundschau» wird demnächst im Schweizer Fernsehen über diesen Anlass berichten. Die Gemeinde St. Margrethen spielt mit dieser Informationsveranstaltung für Migranten eine Vorreiterrolle. (Bild: Bilder: Bea Sutter)

ST.MARGRETHEN. Ein Anlass, der «Rundschau»-würdig ist, fand am Samstagabend in St. Margrethen statt. Infos unter dem Motto «Mitenand statt nebetenand» erhielten die Ausländer mit B-Bewilligung.

Bea Sutter

Der Verein St. Galler Rheintal arbeitete ein Modell aus, welches das Zusammenleben zwischen der ausländischen und der einheimischen Bevölkerung fördern soll. Das Motto lautet «Mitenand statt nebetenand». Die Gemeinde St. Margrethen lud auf Samstagabend alle Migrantinnen und Migranten mit Aufenthaltsbewilligung B zu einem Info-Anlass in das Schulhaus Wiesenau ein. 70 Ausländerinnen und Ausländer – das sind 75 Prozent der in St.

Margrethen wohnenden Migranten mit B-Bewilligung – folgten dieser Einladung und zeigten Interesse an den Ausführungen der Redner. Die Referate wurden alle simultan in die Sprachen Albanisch, Serbokroatisch, Tamilisch und Türkisch übersetzt.

Deutsch lernen ist ein Muss

Gemeindepräsident Reto Friedauer erläuterte, dass das Zusammenleben zwischen der einheimischen und der zugewanderten ausländischen Bevölkerung die Schweiz, die Kantone und die Regionen wie im Speziellen auch die Gemeinde St.

Margrethen mit ihrem überdurchschnittlich hohen Ausländeranteil von 44 Prozent vor grosse Herausforderungen stelle. Die Statistik zeige, dass im St. Galler Rheintal die Zahl der ausländischen Stellensuchenden und Arbeitslosen dreimal höher ist, als jene der einheimischen Bevölkerung. Einer der Hauptgründe seien die mangelnden bis gar nicht vorhandenen Deutschkenntnisse. «Die Sprachkompetenz ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration», betonte Reto Friedauer.

Verena Bernegger und Angelika Müller als Vertreterinnen des Zentrums für Bildung und Kultur «Pluspunkt» stellten die Angebote der Deutschkurse in St. Margrethen vor. Susanne Büchler präsentierte das umfassende Programm ihrer Sprachschule in Widnau.

Neue Wege der Integrationsarbeit

Nach dem Motto «Fördern und fordern» sei man in der Integrationsarbeit neue Wege gegangen, um ein besseres Zusammenleben in der multikulturellen Gesellschaft zu erwirken.

«Integration setzt die Bereitschaft voraus, sich in die Dorfgemeinschaft einzufügen», führte Reto Friedauer weiter aus. Diesen Willen bekunden die Migranten mit der Aufenthaltsbewilligung B mit der Unterzeichnung der neu geschaffenen Integrationsvereinbarung, die in St. Margrethen (anders als im Kanton) auf Freiwilligkeit basiert.

Integrationswille gefordert

Jürgen Nagel, Gemeinderat und Präsident der Integrationskommission, betonte, dass die Gemeinde die sozialen und strukturellen Rahmenbedingungen stellt, im Gegenzug aber von den Zugewanderten verlangt, dass sie sich integrieren und die hier geltenden Regeln und Gesetze befolgen. Verstösse gegen das hier geltende Recht haben negative Konsequenzen.

Der Integrationsbeauftragte Hanspeter Wöhrle stellte das Massnahmenpaket vor, von dem die Migranten profitieren können und sollen. Behördengespräche, Nationenabende und Migrantenkonferenzen sind einige Aktivitäten, die das Verständnis der unterschiedlichen Kulturen fördern. Die Redner erachten die Integration als Chance, die sowohl die einheimischen als auch die ausländischen Dorfbewohner nutzen sollten.





Leser-Kommentare:
keine


Zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden.

Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie eingeloggt sein!

Um Inhalte kommentieren zu können, müssen Sie eingeloggt sein.

Noch keinen Zugang? Jetzt kostenlos registrieren!

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

Anzeige:

tagblatt.ch / apps

facebook.com / tagblatt

 ...

Anzeige: