Tagblatt Online, 09. März 2010 01:01:31
Fusion: Bald fällt der Entscheid
Blätti und Acki - ein Herz und eine Seele: So nahe wie die zwei Figuren an einer Wand des Heerbrugger Schulhauses Blattacker wollen sich auch die beiden Schulgemeinden Au und Heerbrugg kommen. (Bild: Bild: Gert Bruderer)
HEERBRUGG/AU. Gestern luden die beiden Primarschulgemeinden Au und Heerbrugg zu einer gemeinsamen Vorversammlung ins Pfarreiheim nach Heerbrugg ein. Die Schulratspräsidenten informierten über die bevorstehende Grundsatzabstimmung zum Zusammenschluss der beiden Schulgemeinden.
Bea Sutter
Die beiden Schulratspräsidenten, Ivo Hutter von der Primarschule Heerbrugg und Walter Portmann von der Primarschule Au begrüssten die recht spärlich erschienenen Schulbürgerinnen und Schulbürger im Saal des Pfarreiheims Heerbrugg. Unter den Anwesenden waren hauptsächlich Vertreterinnen und Vertreter der Behörden auszumachen. Walter Portmann führte dies auf die umfassenden vorgängigen Informationen zum Thema «Fusion der beiden Primarschulgemeinden Au und Heerbrugg» zurück. Tatsächlich ist es recht ruhig um diese Grundsatzfrage.
An den beiden Schulbürgerversammlungen, in Au am Montag, 15. März und in Heerbrugg am Donnerstag, 18. März, wird die Bürgerschaft über das Gutachten betreffend die Grundsatzabstimmung zur Fusion der beiden Primarschulgemeinden entscheiden.
Qualität steigern
Walter Portmann erläuterte die Gründe, die dafür sprechen, dass dass die beiden Primarschulgemeinden Au und Heerbrugg die immer höher werdenden Anforderungen an die Schule in Zukunft gemeinsam angehen und lösen sollten.
Er erläuterte die wichtigsten Unterschiede, die es zwischen den getrennt geführten Schulgemeinden und einer Einheitsschule gibt. Aus dem Bericht der Strukturüberprüfung geht hervor, dass das Zusammengehen der beiden Schulgemeinden eine grössere Flexibilität bei der Personal-, Pensen- und Klassenplanung bringt.
Tiefere Kosten sind realistisch
Die Schule soll pädagogisch wirtschaftlich geführt werden. Eine Fusion würde diese Vorgaben erfüllen. «Es ist das Ziel der Fusion, die Schulqualität zu steigern, ohne dass die Kosten ansteigen.
Bei einer Fusion würden sie eher gesenkt oder beibehalten werden können», so Walter Portmann. Ivo Hutter, Präsident der Primarschulgemeinde Heerbrugg konkretisiert die positiven finanziellen Auswirkungen: «Der Zusammenschluss würde eine Reduktion von ein bis zwei Steuerprozenten bringen. Das wären 120 000 bis 200 000 Franken.» In Bezug auf die Infrastruktur informierte er, dass das gegenwärtige Raumangebot laut der Studie ausreichend sei.
Standorte bleiben bestehen
Ivo Hutter führte weiter aus, dass die Standorte der jetzigen Schulhäuser bestehen bleiben. In der pädagogischen Führung liege der grösste Mehrwert, und so werde auch die Individualität der Schulhäuser beibehalten. Mit der Fusion sollen Recourcen genutzt und Doppelspurigkeiten vermieden werden. Warum die fusionierte Schulgemeinde Au-Heerbrugg mit 600 Schülern eine optimale Grösse hätte, erklärte Andreas Schmid, Schulleiter in Au. Diese Grösse biete Vorteile bei der Einteilung der Klassen und der Ermittlung der Lehrerpensen.
Die Ortsteile Heerbrugg und Au werden auch künftig je eine eigene Schuleinheit sein mit je einem Schulleiter und Schulhausvorständen. Der Schulrat wird aus fünf Mitgliedern bestehen. Der Schulratspräsident wird im Teilamt bei 30 bis 50 Stellenprozenten arbeiten. Der Geschäftsprüfungskommission gehören fünf Mitglieder an. Anstelle von zwei Schulsekretariaten wird es nur noch eines geben. So kann auch die Administration wesentlich optimiert werden.
Sagt die Bürgerschaft Ja zum Grundsatzentscheid und verläuft alles planmässig, kann man 2013 mit der Einheitsschule starten.
Zweckverband Kleinklassen
Beide Schulgemeinden befinden auch über die Auflösung des Zweckverbandes Kleinkassen Mittelrheintal. Diesem Zweckverband gehören zur Zeit noch die Primarschulgemeinden Au, Berneck und Heerbrugg an.
Die Schulräte von Au und Heerbrugg stellen der Bürgerschaft den Antrag, den Zweckverband Kleinkalssen Mittelrheintal auf Ende Schuljahr 2009/10 aufzulösen. Die Aktiven werden per 31. Juli 2010 zu gleichen Teilen an die Primarschulgemeinden Au, Berneck und Heerbrugg übertragen. Im Weiteren wird beantragt, die Zusammenarbeitsvereinbarung zwischen den drei Primarschulgemeinden über die Führung einer Kleinklasse ab 1. August zu genehmigen. Die Kleinklasse würde in Berneck geführt.
Baurechtsvertrag auflösen
Der Schulrat Heerbrugg lässt an der Bürgerversammlung auch über die Aufhebung der Baurechtsverträge und der Personaldienstbarbeit an der Kanti-Turnhalle abstimmen. Die Primarschule habe keinen Bedarf mehr an der Kanti-Turnhalle und möcht so ihren Anteil an den Kanton zurückgeben. Zu dieser Aufhebungsvereinbarung braucht der Schulrat die Zustimmung der Bürgerschaft.
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