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Tagblatt Online, 05. März 2010 07:42:00

Ein Horrorfilm und tausend Ideen

Zoom

Den blanken Horror gefilmt: Angelo Tomasone (links) und Sandro Gebert. Am Sonntag zeigen sie «Glaube es. Oder nicht.» im privaten Rahmen. (Bild: Bild: Claudio Donati)

HEERBRUGG. Was es braucht, um einen Horrorfilm zu drehen: verrückte Ideen, Skizzen, Drehbuch, Kamera, Scheinwerfer – sowie Familie und Freunde, die einen unterstützen. Angelo Tomasone und Sandro Gebert durften darauf zählen und waren nach sechs Monaten fertig. Ob man es glaubt. Oder nicht.

Claudio Donati

Sie sehen nicht gerade «gfürchig» aus: die 22-jährigen Sandro Gebert und Angelo Tomasone. Wer aber den zweiminütigen Trailer zu ihrem Horrorfilm gesehen hat, der weiss: Hier waren alles andere als Engel am Werk. In rasanten Schnitten zeigen die Horrorfilm-Fans mysteriöse Gestalten mit monsterhaften Stimmen, Psychopathen, einen Erhängten, Angstschreie, allerhand Mordwerkzeug und schaurige Begebenheiten. «Und jetzt denkst du, wir sind verflucht?», heisst es am Schluss. «Glaube es. Oder nicht.

» Der Filmtitel sagt es schon: Man weiss nicht genau, was nun wahr sein soll und was Einbildung. Das kann sich jeder selbst zusammenreimen, finden die Jungregisseure. Zu viel wollen sie nicht verraten.

Perfektionist mit Fehlern

Die Horror-Idee kam Sandro Gebert bei der Arbeit, zwischen Kisten und Regalen. Kaum zu Hause, zeichnete er erste Skizzen seiner Geschichte.

Zu diesen flüchtig hin- gekritzelten Entwürfen hätte sein guter Freund dann ein Drehbuch schreiben sollen. Natürlich kam vieles anders, als Gebert es sich vorgestellt hatte. Doch das macht ihm nichts aus. Am Ende habe es meistens besser gepasst.

Die Horrorgeschichte umgesetzt haben die beiden mit «Null Budget». Einzig einen Scheinwerfer mussten sie sich anschaffen, um den Grusel ins rechte Licht rücken zu können.

Die neun Schauspieler rekrutierten sie aus dem Familien- und Freundeskreis, wobei Sandro Gebert neben seinem Bruder Mirco und Marco Mauch gleich die Hauptrolle spielt. «Wir sind alles Amateure», sagt Tomasone. Natürlich seien ihnen auch einige Fehler passiert. Diese ärgern ihn besonders. «Ich bin gespannt, ob die Leute den grossen Fehler entdecken.» Gedreht hat die Filmcrew in der eigenen Wohnung und oft nachts im Altstätter Riet oder rund um den Bahnhof Heerbrugg.

Zwar ist man es gewohnt, dass sich dort seltsame Gestalten aufhalten, aber es kam natürlich trotzdem vor, dass die harmlosen Hobby-Filmer gefragt wurden, was zum Teufel diese Zombies hier treiben.

Nicht der letzte Film des Duos

Polygraf Angelo Tomasone führte meistens Regie, schnitt die fast sieben Stunden Filmmaterial und mischte die Special Effects dazu. «Wir ergänzen uns perfekt», sagt er. Gebert nickt.

Sie meinen auch die Arbeitsweise: Tomasone, der Perfektionist – Gebert, der ihn daran erinnert, dass es (gut) genug sei. Vielleicht liegt es daran, dass es von der Idee bis zum letzten Schnitt des 42-minütigen Streifens nur ein halbes Jahr gedauert hat. Und an den vielen geopferten Abenden und Wochenenden. Dies alles, um ihr Werk der Familie, Freunden und Bekannten diesen Sonntag um 19.15 Uhr einmal zu zeigen. Dazu hat das Filmer-Duo das Kinotheater Madlen gemietet.

Mehr ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Nach diesem ersten Experiment haben Tomasone (der in erster Linie für die Musik lebt; siehe Kasten) und Gebert bereits weitere Filmprojekte aufgegleist: so verschiedene wie einen Kurzfilm über Biodiversität für einen WWF-Wettbewerb oder einen Fantasy-Spielfilm. «Oft hören wir: <Macht mal eine Komödie>», sagt Gebert. Das würde wohl vor allem Tomasones Mutter freuen.

Als sie hörte, dass ihr Sohn einen Horrorfilm drehe, habe sie zu ihrem Mann gesagt: «Das hat er von dir. Jetzt dreht er durch», berichtet Angelos Vater Alex mit einem Lächeln.

Wer die Vorstellung am Sonntag besuchen oder in einem anderen Projekt mitwirken möchte, meldet sich bei neil@neilbentom.com. Filmtrailer, Musikvideos und weitere Infos auf www.neilbentom.com.




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