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Tagblatt Online, 24. August 2010 07:27:00

Die Mooney flog auf Abwegen

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(Bild: Bild: rt)

DIEPOLDSAU. Die perfekte Notlandung einer Mooney zwischen Balgach und Diepoldsau letzten Mittwoch war offenbar eine fliegerische Meisterleistung. Trotzdem bleibt die Frage unbeantwortet: Warum hatte der Pilot den vorschriftsgemässen Anflug auf Hohenems nicht eingehalten?

René schneider

«So, wie's aussieht, kann man nur sagen, gut gemacht, zumindest die Notlandung» schreibt «Privatpilot Urs» aus Zürich in einem Fliegerforum. Auch andere zollen dem Mooney-Piloten Respekt: Offenbar war es eine Meisterleistung, diese sehr schnell fliegende Maschine mit sehr kurzem Einziehfahrwerk praktisch ohne Schäden auf der holprigen Wiese zu landen.

Zudem hatte der Pilot nur wenige Minuten Zeit zur Landevorbereitung und zur Bestimmung eines Landeplatzes: Beim ersten Stotterer des Motors sei er in 4000 Fuss (1300 Meter) über St. Margrethen geflogen. Kurz darauf habe der Motor dann ganz ausgesetzt.

Kein Benzin?

Das Büro für Flugunfalluntersuchungen der Schweiz (BFU) hat eine Untersuchung der Notlandung eröffnet.

Im Vorbericht («kurze und provisorische Orientierung über den Hergang des Flugunfalls ohne Anspruch auf Vollständigkeit und ohne Schlussfolgerungen») steht: Das Flugzeug sei im Sichtflugverfahren (VFR) unterwegs gewesen mit einem Piloten und einem Passagier, von Leutkirch nach Hohenems (Luftlinie 60 km). «Im Sinkflug zur Landung auf dem Flugplatz Hohenems stellte der Motor ab.

Der Pilot beschloss zusammen mit dem Passagier eine Notlandung auf einem Feld östlich der Rheintalautobahn durchzuführen. Das Flugzeug kam unbeschädigt auf einer Wiese zum Stehen.»

Nach der Landung war einer der beiden Benzintanks des Flugzeuges leer, bestätigt der Pilot auf Anfrage. Beim Tank-Wechsel-Schalter sei ein Stift gebrochen, weshalb er nicht auf den volleren Tank habe wechseln können.

War da ein Zeppelin?

Unbeantwortet bleibt die Frage, warum der Pilot den Flugplatz Hohenems nicht vorschriftsgemäss anflog. Er meldete sich gemäss Betriebsleiter Georg Fessler, aus Hörbranz zur Landung, vorschriftsgemäss, «über Sender». Fessler bot dem Piloten («es war windstill und kein Verkehr») die Landebahn 23 an, also einen direkten Anflug und eine Landung aus Norden. Der Pilot bestätigte diesen Anflug.

Normalerweise wird westlich am Platz vorbei- geflogen und danach in einer Schleife aus Süden gelandet.

Warum flog die Mooney über die Grenze nach St. Margrethen und ins St. Galler Rheintal? Er sei «grossräumig einem Zeppelin in der Gegend von Bregenz» ausgewichen, sagt der Pilot. Der Controller in Hohenems: «Dazu sage ich nichts, da kann ich nur schmunzeln.» Der Pilot hatte dem Tower Hohenems die Motorenprobleme gemeldet und eine Notlandung angekündigt. Fessler «Ich konnte die Maschine mit dem Fernglas nicht finden.

Im Westen und Süden unseres Platzes hatte ich allerdings nicht gesucht.»





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