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Tagblatt Online, 26. Juni 2012 07:45:00

Coltène geht, Vaduzer Firma kommt

PAV Fabrikgebäude in Rüthi Zoom

Der Neubau in Rüthi verzögert sich: Die Firma Präzisionsapparate Vaduz (PAV) zieht übergangsweise in ein bestehendes Produktionsgebäude. (Bild: Daniel Ospelt)

VADUZ/RÜTHI. Das Unternehmen Präzisionsapparate Vaduz (PAV) beginnt im September damit, die Produktion nach Rüthi zu verlagern. Weil sich der Bau des neuen Werks verzögert, mietet sich die Firma übergangsweise in ein Nachbargebäude ein. Das dort ansässige Unternehmen Coltène verlässt Rüthi.

STEFAN LENHERR

Praktischerweise direkt neben der Baustelle, wo das neue Fabrikgebäude entsteht, hat PAV Räume gefunden, in die die Firma übergangsweise einziehen kann. Bis Ende des Jahres soll die gesamte Produktion von Vaduz an die Industriestrasse 10 in Rüthi zügeln. «Dieses Gebäude ist gross genug für uns. Allerdings können wir an diesem Standort nicht wachsen», sagt Geschäftsführer Martin Feuerstein. Im nächsten Jahr soll dann das eigene Werk stehen. Vor kurzem hat die Gemeinde Rüthi der Axpo AG für rund 2,4 Millionen Franken ein fast 30 000 Quadratmeter grosses Grundstück abgekauft. PAV wird anschliessend einen Grundstücksanteil von der Politischen Gemeinde erwerben.

Doch auch wenn die eigene Fabrikhalle steht, will PAV mit einem Teil der Produktion in der Industriestrasse 10 verbleiben und dank der räumlichen Möglichkeiten auf Wachstumskurs gehen. Derzeit läuft das Geschäft für das auf Präzisionsteile für den Automobil- und Maschinenbau spezialisierte Unternehmen fast so gut wie noch vor der Wirtschaftskrise 2008. «Die Auftragslage ist momentan sehr gut», sagt Feuerstein, «dabei ist die Automobilbranche der Haupttreiber.»

Im Windschatten

Nachdem die Fahrzeughersteller in der Krise einige Projekte auf Eis gelegt haben, wird nun wieder fleissig an der Hybrid-Technologie, an kleineren, leistungsfähigen Motoren sowie neuartigen Automatik-Getrieben gearbeitet. Dadurch sind auch die Präzisionsarbeit und das Know-how von PAV wieder stärker gefragt.

In Zukunft will sich das Unternehmen auch als Sublieferant für die Luftfahrtindustrie etablieren, wobei die Zertifizierung hierfür noch aussteht. Weitere Geschäftsfelder für Präzisionsapparate Vaduz sind die Solar- oder die Vakuumindustrie.

Ob das Wachstum am neuen Standort in Rüthi wie geplant stattfindet, macht Feuerstein trotz der hohen Diversifizierung des Betriebs und der aktuell guten Auftragslage von der Entwicklung in der Schweiz abhängig. Er verweist auf die kontroversen Diskussionen rund um die Politik der Nationalbank, eine Wechselkursuntergrenze von 1.20 Franken gegenüber dem Euro zu verteidigen. «Sollte die SNB ihre bisherige Geldpolitik aufgeben und der Franken weiter an Wert gewinnen, ist ein Wachstum am Schweizer Standort natürlich nicht möglich.» Dann würde PAV stattdessen weiterhin in die Werke im ostdeutschen Zella-Mehlis, wo mittlerweile rund 70 Personen angestellt sind, und in Dornbirn investieren.

Das «V» bleibt im Namen

Der Standort Vaduz soll währenddessen nicht völlig aus dem Steckbrief der Firma gelöscht werden, wie Geschäftsführer Feuerstein bekräftigt.

«Wir werden Vaduz aus Tradition nicht ganz verlassen. Das V bleibt im Namen PAV.»




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