Tagblatt Online, 07. Februar 2012 01:05:00
Brandgefahr aus dem Kaminofen
In einem Einfamilienhaus in Widnau musste die Feuerwehr wegen des Mottbrands die Aussenwand entfernen. (Bild: Feuerwehr Mittelrheintal)
WIDNAU. In der kalten Jahreszeit sind Cheminées sowie Holz- und Kachelöfen immer wieder Auslöser von Häuser- und Wohnungsbränden. Am Wochenende mussten die Feuerwehren in Herisau, Waldstatt und Büriswilen einen Mottbrand löschen, am Donnerstag in Widnau.
SUSI MIARA
Sowohl in einem Bauernhaus in Herisau als auch in einem Mehrfamilienhaus in Waldstatt sind am Samstagvormittag Mottbrände ausgebrochen, in beiden Fällen im Bereich eines offenbar überhitzten Kachelofens. Am Freitagabend ist es im Restaurant Sternen in Büriswilen zu einem Mottbrand gekommen. Die Räume wurden so stark beschädigt, dass das Gebäude nicht mehr bewohnbar ist. Am Donnerstag wurde die Feuerwehr Mittelrheintal in Widnau zu einem Mottbrand gerufen. Der Hausbesitzer löschte noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr den Brand mit einem Gartenschlauch.
Polizei warnt
Vor allem in der kalten Jahreszeit sind Cheminées sowie Holz- und Kachelöfen immer wieder Auslöser von Häuser- und Wohnungsbränden. Die Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden warnt: «Wer keine Erfahrung mit dem Beheizen von Holzöfen, besonders Kachelöfen hat, sollte vorgängig durch eine erfahrene Person instruiert werden.»
Ein Kachelofen darf nur mit einer Befüllung Holz beschickt werden. Nach dem Abbrand dauert es je nach Bauart des Ofens bis zu zwei Stunden, bis die volle Wärmeentwicklung erfolgt. Erst nach dem Abkühlen des Ofens darf dieser neu befeuert werden. Wird ständig Holz nachgelegt, wird der Ofen rasch überhitzt, was zu einem Brand führen kann. Ein mehrere Tage unbenützter Kachelofen kann mit der normalen Holzmenge (ein Büscheli) bestückt werden. Ist er am Vortag beheizt worden, genügt meistens die halbe Menge Holz, um den selben Heizeffekt zu erzielen. Ein Kachelofen ist ein Wärmespeicher, mit dem ein bis zwei Räume beheizt werden können, jedoch nicht das ganze Haus. Werden Kachel- und andere Holzöfen von verschiedenen Personen, die die Anlage nicht kennen, benützt, sollten bei den Heizstellen klare Gebrauchsanweisungen angeschlagen sein; sonst darf nicht ohne eingehende Instruktion eingeheizt werden. Kommt es zu einem Brand, prüft die Assekuranz, ob die Hinweise beachtet wurden; falls nicht, muss sie den Schaden nicht anerkennen.
Zu viel ist gefährlich
«Der häufigste Grund für einen Mottbrand ist die zu grosse Brennstoffmenge», weiss auch Marco Köppel, Kommandant der Feuerwehr Mittelrheintal. «Der Kaminofen ist mit einer bauartbedingten Flachfeuerung ausgestattet.» Das bedeutet, dass nur eine Lage Brennstoff auf die vorhandene Grundglut gelegt werden darf. Bei Zufuhr einer höheren Brennstoffmenge wird der Kaminofen stärker erhitzt, als dies von der Konstruktion her vorgesehen ist. Dadurch kann es zu einem Schaden am Kaminofen kommen und im schlimmsten Fall zum Mottbrand wegen Überhitzung.
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